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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Den Wandel gemeinsam gestalten

21.06.2019

Varel Was ist wichtig für ein gutes Leben? Dies war die Kernfrage der Podiumsdiskussion, die am Mittwoch im Rahmen der Frauenbildungswoche der IG Metall Küste in Varel stattfand. „In allen Lebenslagen ohne Angst leben können“, waren sich die 100 Gewerkschafterinnen einig.

Das wichtigste Gut sei Zeit – für Freunde und Familie, ehrenamtliches Engagement und Weiterbildungen. Kontrovers wurde indes diskutiert, ob das bedingungslose Grundeinkommen eine sinnvolle Antwort auf die Transformation von Arbeit und Leben in Zeiten der Digitalisierung sein kann.

Für Antje Schrupp, Journalistin und Bloggerin, stellt das Grundeinkommen eine bessere Alternative zum Arbeitslosengeld dar. Da jeder das Grundeinkommen bekäme, gebe es keine Stigmatisierung mehr und für alle sei ein „Existenzminimum in Würde“ gesichert. Dadurch werde die Angst vor Armut gemindert.

Sie verwies auch darauf, dass das Grundeinkommen eine „Hebelkraft“ für Arbeitnehmer mit sich bringe, da sich diese aufgrund der finanziellen Absicherung nicht mehr alles gefallen lassen müssten.

Kritischer zeigten sich die drei anderen Rednerinnen. Jennie Auffenberg, Referentin der Kooperationsstelle Hochschule und Gewerkschaften, hielt das Grundeinkommen für eine „starke und inspirierende Idee“, die allerdings politisch schwer durchsetzbar sei. Zunächst seien Zwischenschritte nötig: Unbezahlte Sorgearbeit müsse stärker anerkannt, Arbeitszeiten verkürzt und eine Sanktionsfreiheit beim Arbeitslosengeld eingeführt werden. Letzteres sei notwendig, da Arbeitslosigkeit oft nicht selbst verschuldet, sondern Folge des strukturellen Wandels im Zuge der Digitalisierung sei.

„Dabei definieren wir uns mit Arbeit und wichtigen Aufgaben“, sagte Birgit Kaulitz, Betriebsrätin bei Steinway & Sons in Hamburg. Das bedingungslose Grundeinkommen sei nicht die Lösung, da viele Beschäftigte dadurch ihren Arbeitsanreiz verlieren könnten. Sinnvoller sei es, in Bildung zu investieren und die bestehenden Arbeitsbedingungen zu verbessern. Hierzu gehöre die Erhaltung qualifizierter Vollzeitstellen mit angemessener Entlohnung, damit Frauen nicht auf zwei oder drei Jobs angewiesen seien. Das Grundeinkommen dürfe keine Abfindung für die sein, die „in der Transformation nicht mitkommen“.

Es könne jedoch die materielle Grundlage bilden, um Arbeitszeiten zu verkürzen und dadurch sinnstiftende Zeit, zum Beispiel für Weiterbildungen oder Ehrenämter, zu gewinnen, sagte die Zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner. Allerdings dürfe es von Arbeitgebern nicht als „Stilllegungsprämie“ instrumentalisiert werden, um sich aus der Verantwortung für die Mitarbeiter zu ziehen.

„Gut bezahlte Erwerbsarbeit, die ein Leben nebenbei ermöglicht“, forderte Christiane Benner abschließend. Außerdem müsse das Ziel sein, „Transformation menschlicher zu gestalten“. Arbeitgeber sollten ihre Mitarbeiter stärker mit einbeziehen, sie durch Qualifizierungsmaßnahmen fördern und mit neuer Technik vertraut machen. Den Wandel müssten Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam bewältigen.

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