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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Behindertenhilfe beklagt Bürokratie

13.08.2019

Vechta Caritas-Einrichtungen der Behindertenhilfe in Niedersachsen werden durch sogenannte „Unterstützungsprozesse“ immer mehr belastet. Das haben der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Caritas-Behindertenhilfe, Dr. Gerhard Tepe, sowie Fachbereichsleiterin Dr. Cornelia Kammann (Osnabrück), am Montag betont.

Zwar gäbe es Bestimmungen, die im Sinne der Menschen mit Behinderung sehr sinnvoll seien, so Tepe und Kammann in Vechta. Andere seien hingegen unsinnig oder in der Tiefe ihrer Vorschriften nicht gerechtfertigt, lautete die Kritik. In jedem Fall aber müssten den Einrichtungen die dafür entstehenden materiellen und personellen Kosten ersetzt werden, lautet die zentrale Forderung.

Beleg für den Unmut ist eine Studie von Professor Dr. Gerald Eisenkopf von der Universität Vechta. Sein Ergebnis: Im Vergleich der beiden Jahre 2010 und 2017 habe es landesweit eine „überproportionale Kostensteigerung“ bei Leistungen der Behindertenhilfe gegeben, die nicht zur Arbeit am Menschen gehören. Damit sei beispielsweise gemeint, dass alle Häuser einen Beauftragten für Verkehrswegeschutz bräuchten, für Lagersicherheit, Brandschutz, Bauvorhaben, Fremdfirmen, elektrische Anlagen oder Spielplätze. Der Anstieg der Kosten hierfür liege weit höher als der bei Verbraucherpreisen oder der Lohnkostenentwicklung, so Eisenkopf.

Für unsinnig hält der Geschäftsführer des Andreaswerkes Vechta, Matthias Warnking, beispielsweise die Verordnung, dass dem Arbeitgeber von Mitarbeitern zweimal jährlich der gültige Führerschein vorgelegt werden müsse.

Wichtig und für die Menschen mit Behinderung wertvoll sei beispielsweise, dass im Blick auf sexuellem Missbrauch ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt werden müsse, betonte Warnking. Das Andreaswerk Vechta verfügt über 2000 Plätze und beschäftigt 500 Mitarbeiter. An der Studie teilgenommen haben 13 Einrichtungen.

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