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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Verbreitung exotischer Arten soll kontrolliert werden

01.02.2010

OLDENBURG Ein seltenes Naturphänomen gab es vor kurzem auf den ostfriesischen Inseln zu sehen. Dort wurden von der Flut riesige Mengen verendeter Muscheln angespült, die der Kälte nicht hatten standhalten können und verendet waren (die NWZ berichtete). Seit 30 Jahren ist die amerikanische Schwertmuschel in der Nordsee heimisch und gehört damit zu etwa 200 exotischen Arten in dem Gewässer, von denen sich allein dort etwa 140 bis 150 fest etabliert haben.

Einige Arten schädlich

Während einige exotische Arten keine Gefahr darstellen, sind andere schädlich. So zerstört beispielsweise die Chinesische Wollhandkrabbe durch das Graben von Gängen an Flüssen ganze Uferbefestigungen. „Sie hat in Deutschland seit 1912 Kosten von etwa 80 Millionen Euro verursacht“, sagt Professor Dr. Bernd Blasius vom Oldenburger Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM). Solche Bioinvasionen entstünden unter anderem dadurch, dass sich Arten durch Wind oder Meeresströmungen ausbreiten. Die meisten marinen Arten gelangten aber über Ballastwasser in Schiffen in neue Gebiete, so Blasius.

Gemeinsam mit einem Team aus Wissenschaftlern arbeitet der Experte an der Erstellung mathematischer Modelle, mit deren Hilfe Bioinvasionen durch gezielte Eingriffe eingedämmt werden könnten. Dazu sind Informationen über die Bewegung von Schiffen notwendig. Eine Aufzeichnung über den gesamten Schiffsverkehr gab es bisher nicht, sagt Blasius.

Dafür nutzten die Wissenschaftler das Automatic Identification System (AIS), das nach den Anschlägen des 11. September 2001 eingeführt wurde. Mit diesem System sind alle großen Schiffe ausgestattet. Über Funk werden Daten übermittelt, wann immer ein Schiff in einen Hafen einläuft oder ihn verlässt. Die Daten kauften die Wissenschaftler einer Firma ab.

Netzwerke erstellt

Nun waren sie in der Lage, die Bewegungen großer Schiffe nachzuvollziehen und so ein Netzwerk von Hafenverbindungen zu erstellen. „Wir haben etwa 1000 Häfen einbezogen. 80 Prozent aller Bewegungen haben wir in unserer Datenbank“, berichtet Blasius. 500 000 Schiffsbewegungen wurden so für das komplette Jahr 2007 erfasst.

Die Wissenschaftler konnten nun sehen, welche Strecken besonders häufig genutzt wurden. Dort könnte sich eine Bekämpfung fremder Arten im Ballastwasser lohnen. „Man kann Filtertechniken anwenden oder chemische Bekämpfungen vornehmen. Das ist jedoch nicht immer nötig“, erklärt Blasius.

Anhand der gewonnenen Daten erstellen die Wissenschaftler mathematische Modelle, aus denen sich erschließen lässt, wann besondere Risiken bestehen und wann gehandelt werden muss.

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