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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Versteckte Perlen in der Wesermarsch

18.08.2012

Moorriem An einer früheren Klinkerstraße zwischen Elsfleth und Oldenburg liegen 13 alte Dörfer. Moorhausen, Butteldorf, Bardenfleth, Dalsper, Eckfleth oder Gellen: Wie Perlen an einer Schnur reihen sich die kleinen Orte an einer 16 Kilometer langen Straße auf, die heute L864 heißt, und bilden eine einmalige Kulturlandschaft.

zwischen den Hochufern von Weser und Hunte

Wir wollen Ihnen in unserer Serie „Das unbekannte Oldenburger Land“ bis zum 1. September in 23 Folgen Orte vorstellen, die vielen unbekannt sind, aber durchaus einen Besuch wert sind. Heute dreht sich alles um Moorriem im Landkreis Wesermarsch.

Der historische Teil unserer Texte ist den Bänden des von der Oldenburgischen Landschaft in Auftrag gegebenen Oldenburgischen Ortslexikons (Hrsg. Prof. Dr. Albrecht Eckhardt) entnommen.

Moorriem erreicht man von Oldenburg kommend über die L865 (Donnerschweer Straße) Von der A 29 nimmt man die Ausfahrt Ohmstede und fährt Richtung Elsfleth/Berne. Nach 450 Metern biegt man auf die L865 (Donnerschweer Straße) ab. Nach fünf Kilometern erreicht man Moorhausen. Von der A 28 fährt man auf die A 293 Richtung Wilhelmshaven. Bei der Ausfahrt Oldenburg-Nadorst biegt man auf die K 347 ab (Richtung Elsfleth/Berne), dann auf die Donnerschweer Straße/L 865. Nach fünf Kilometern erreicht man das Dorf Moorhausen.

Jahrhundertealte Bauernhäuser mit Reetdächern und weißem Fachwerk prägen die mittelalterliche Moormarschsiedlung. In den Gärten blühen Stauden, Apfelbäume und Sträucher. Schmale und lange Hofstellen, nur wenige Meter breit an der Straße, ziehen sich Hunderte Meter ins Hinterland.

13 Fachwerkdörfer

Moorriem ist eine Landschaft (und Gemeindeteil der Stadt Elsfleth) in der Wesermarsch, ehemals auch Vogtei. In ihr liegen die zu den ehemaligen Gemeinden Neuenbrok, Bardenfleth und Altenhuntorf gehörenden Bauerschaften Oberhörne, Niederhörne, Nordermoor, Bardenfleth, Eckfleth, Dalsper, Burwinkel, Huntorf, Butteldorf, Moordorf, Gellen-Paradies-Fuchsberg und Moorhausen.

Sie sind Teil des links der Hunte gelegenen Niederstedingens. Moorriem mit seinen heute „13 Fachwerkdörfern“ liegt zwischen den Hochufern von Weser und Hunte im Osten bzw. Süden und den Geestrandmooren von Ipwege und Barghorn/Hankhausen im Westen.

Nach Norden schließt das nördliche Moorriem mit Nordermoor, Neuenbrok, Großenmeer und Oldenbrok an, das ohne ausgeprägte Landschaftsgrenze in die Jadesenke überleitet. Landschaftsbestimmend sind die Geländehöhen und das Wasserregime.

Die Böden sind im Osten und Süden Flussmarschen, im Inneren alte Marsch (Sietland), z.T. in Moormarsch übergehend. Im Westen greifen Landschaft und Siedlung auf Nieder- und Hochmoore über.

Wiederbesiedlung

Erste Siedlungsspuren auf dem Hochufer der Hunte stammen aus der Jungsteinzeit. Der vorchristliche Nordseespiegelanstieg zwang jedoch zur Aufgabe dieses Platzes. Die Wiederbesiedlung begann im 11. Jahrhundert. 1062 schenkte Kaiser Heinrich IV. Stedingen dem Erzbischof Adalbert von Bremen. Auf dessen Veranlassung legten Holländer die ersten Deiche und Siele an und schufen die Voraussetzungen für die mittelalterliche Kolonisierung. In knapp eineinhalb Jahrhunderten war der noch heute erkennbare Siedlungsverlauf festgelegt. Jede Bau (eine Hofstelle und ihr Land) hat Anteil an der Marsch, am Sietland und am Moor (typische Moorreihensiedlung).

Zentrale Probleme

Zentrale Probleme blieben jedoch der Schutz vor dem Tidewasser und die Abfuhr des Binnenwassers. Dieses wird durch eine Vielzahl von Längs- und Quergräben gesammelt, deren Hauptrichtung dem natürlichen Relief folgt und die Siedlungsentwicklung in charakteristischer Weise geprägt hat. Einzelne Baue waren nur 20-50 Meter breit, jedoch bis zu 8 Kilometer lang. Entsprechend strecken sich die Zuwegungen aus.

Die Nachteile für die Bewirtschaftung sind offensichtlich und werden durch Geländeerniedrigung auf Grund von Drainierung, Humuszehrung und Bodenbearbeitung noch verstärkt. Hinzu trat der neuzeitliche Meeresspiegelanstieg, auch wenn die Weserkorrektion des 19. Jahrhunderts die Probleme abgemildert hat.

Durchgreifende Entlastung brachte erst der Bau leistungsfähiger Schöpfwerke in der Mitte des 20. Jahrhunderts (durch dieselgetriebene und elektrische Pumpen) und die zur gleichen Zeit eingeleitete Flurbereinigung. Dennoch herrscht das Dauergrünland vor. Ähnlich entwickelte sich das nördliche Moorriem. Die Ausgangssituation war jedoch dadurch gekennzeichnet, dass die Rasteder Bäke ursprünglich über die Liene in die Weser entwässerte. Diese war im Raum Meerkirchen durch Wassereinbrüche von der Weser her seeartig verbreitert.

Langgestreckter Bezirk

Durch Abdeichung der Liene gegen die Weser und Umlegung der Rasteder Bäke vor dem Salzendeich in die Jadesenke konnte das Große Meer (nach dem Großenmeer seinen Namen führt) kurz vor 1500 trocken gelegt und war der Lienebrok begehbar geworden (spätestens 1520).

Die Gemeinde Moorriem wurde durch die oldenburgische Verwaltungsreform von 1933 aus den bisherigen Gemeinden Altenhuntorf, Bardenfleth, Neuenbrok, Großenmeer und Oldenbrok gebildet. Dadurch entstand „ein ziemlich langgestreckter neuer Bezirk“.

„Moorriem“ gewählt

„Als Name der neuen Gemeinde ist die für den größten Teil des Gebiets noch heute [1933] allgemein gebräuchliche Landschaftsbezeichnung ‚Moorriem‘ gewählt worden, die sich in der Benennung des alten Vogteibezirks ‚Moorriem‘ fand [...] und die sich in der Wasserwirtschaft im Namen ‚Moorriemer Sielacht‘ erhalten hat“ (Theilen/Carstens).

Sitz der Gemeindeverwaltung war Burwinkel. 1948 wurde Oldenbrok (mit Großenmeer) wieder verselbstständigt, ein Teil von Moorriem (Wehrder-Huntebrück) kam an die Stadt Elsfleth, der Rest 1974 ebenfalls an Elsfleth.

Landwirtschaft prägend

Die Gemeinde war weitgehend durch die Landwirtschaft geprägt. Noch 1965 waren fast 59 Prozent der Erwerbspersonen in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt. Evangelische Volksschulen bestanden in Butteldorf, Eckfleth (Mittelpunktschule), Neuenbrok und Paradies.

Felix Frerichs
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2202

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