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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Bilanz: Vier Kilometer Wasser unterm Bug

24.06.2016

Oldenburg Irgendwie ist alles anders an Bord des Forschungsschiffes „Sonne“ als in den Laboren der Uni Oldenburg. Es schaukelt, es wackelt und der Platz ist sehr begrenzt. Und trotzdem die Wellen mit dem 116 Meter langen Schiff spielen, muss drinnen alles akkurat ablaufen. Was nicht angebunden werden kann, wird kurzerhand mit Klebeband fixiert.

Darüber berichten Beatriz Noriega und Mara Heinrichs, beide vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (ICBM) aus der Forschungsgruppe für Marine Geochemie in Oldenburg, in dem Internettagebuch, das die Besatzung von ihrer Reise gemacht hat. An Bord der „Sonne“ waren die beiden Teil eines Teams, das sich vor allem für das gelöste organische Material im Meerwasser interessiert hat. Die Mission der „Sonne“ stand unter Leitung des Oldenburger Meeresforschers Prof. Dr. Meinhard Simon und widmete sich der Suche nach kleinsten Lebewesen im größten Ozean der Welt.

Pazifik durchquert

40 Wissenschaftler haben den Meeresforscher Simon bei der Expedition begleitet. Binnen 34 Tagen haben sie den Pazifik – von Auckland (Neuseeland) nach Dutch Harbour auf den Alëuten (Alaska) – durchquert. Es war die erste Fahrt des 2014 in Dienst gestellten Forschungsschiffs unter Oldenburger Leitung.

Die Wissenschaftler an Bord sind überwiegend am ICBM, dem Heimatinstitut des Schiffs, tätig. Hinzu kommen Wissenschaftler aus Göttingen, Braunschweig sowie von den Universitäten Wien und North Carolina (USA).

Gemeinsames Ziel der Meeresforscher: Sie wollen mehr erfahren über die Bakteriengemeinschaften in den verschiedenen Regionen des Pazifiks, den sogenannten biogeografischen Provinzen. Diese Provinzen unterscheiden sich – ebenso wie Provinzen an Land. „Im Meer geht es um Unterschiede in der Wassertemperatur, dem Salzgehalt und dem Gehalt an gelösten Nährstoffen wie Stickstoff, Silikat, Phosphor und organischen Substanzen. Auch die Verteilung von pflanzlichen und tierischen Mikroben, dem Phytoplankton und Zooplankton, unterscheidet sich von Provinz zu Provinz“, erläutert Fahrtleiter Simon. An 29 Stationen haben die Wissenschaftler Wasserproben entnommen, die jetzt intensiv und umfangreich ausgewertet werden müssen.

Dank an die Crew

„Hervorragende Unterstützung“ haben die Forscher an Bord der „Sonne“ nach eigenen Worten durch die Schiffs-Crew erhalten. Im Online-Tagebuch heißt es: „Ich möchte dieser tollen Mannschaft einen eigenen Beitrag widmen und mich im Namen aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Bord für die angenehme Atmosphäre, den absolut reibungslosen Ablauf unserer Forschungsreise, die qualifizierte und geduldige Unterstützung unserer Arbeit und für all die Annehmlichkeiten rund um unser Leben an Bord der Sonne ganz herzlich bedanken. Es war eine tolle Zeit mit euch. Wir kommen alle gerne wieder zu Besuch auf euer Schiff.“


Einblicke in das Leben auf See gibt das Internet-Tagebuch der Besatzung unter   http://icbm-auf-see.uni-oldenburg.de/ 
Tobias Schwerdtfeger Leitung / Regionalredaktion
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Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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