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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Heimische Pflanzenarten retten

19.08.2019

Wangerooge Wenn sich 15 Jugendliche aus neun Nationen zusammenfinden, um für zwei Wochen ihre Arbeitskraft ehrenamtlich dem Naturschutz zur Verfügung zu stellen, ist das eine gute Sache. Es zeigt darüber hinaus, dass die Jugend nicht nur auf Freitags-Demos etwas von der Politik einfordert, sondern dass sie das ihre dazutut, damit Umweltschutz kein reines Lippenbekenntnis bleibt. „Hier übernehmen junge Menschen aktiv und sichtbar die globale Verantwortung für das Weltnaturerbe Wattenmeer“, so Imke Zwoch, die bei der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer die Freiwilligen-Einsätze koordiniert.

Schon zum 9. Mal organisierten die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (Ijgd) das Naturschutzcamp auf Wangerooge. Als gemeinnützige Fachorganisation und einer der ältesten und größten Träger von Freiwilligendiensten bieten die Ijgd unterschiedliche Dienste im In- und Ausland vom zweiwöchigen Workcamp bis zum freiwilligen Jahr an.

Auf Wangerooge zogen die Jugendlichen täglich motiviert los, um das Heidegebiet auf der Nordseeinsel von sogenannten Neophyten zu befreien. Dies sind Pflanzen, die als „Neueinwanderer“ in ein Gebiet gelangt sind und sich dort ohne menschliches Zutun dauerhaft weiterverbreiten. Wenn sie dabei die heimische Flora verdrängen, werden sie als invasive Neophyten bezeichnet. Konkret heißt das: Um die einzigartige Heidelandschaft aus Besenheide auf Wangerooge zu erhalten, werden dort Spätblühende Traubenkirsche, Kartoffelrose und Aronia in der Heide entfernt, denn sie sind dabei, die Landschaft zu verändern. Durch den globalisierten Handel machen auch Pflanzen nicht an Ländergrenzen halt, sondern verbreiten sich teilweise unkontrolliert.

Ilka Strubelt, Geschäftsführerin der Naturschutzstiftung Region Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven, freut sich, dass das Internationale Naturschutzcamp seit 2010 Jugendlichen die Möglichkeit bietet, sich aktiv für den Erhalt der heimischen Flora und Fauna einzusetzen: „Gerade vor dem Hintergrund des dramatischen Verlustes an Biodiversität ist es notwendig, Jugendliche für Natur- und Artenschutz zu sensibilisieren und vor allem zu begeistern. Daher ist es toll, dass es das Angebot der Ijgd hier jedes Jahr gibt!“

Auf Wangerooge wurde unter anderem ein alter Bombentrichter aus dem 2. Weltkrieg von Aronia-Pflanzen geräumt. Jetzt können sich dort wieder heimische Pflanzen ausbreiten. Jan Ulber (23) studiert Biologie in Oldenburg und betreut in diesem Jahr zum dritten Mal als Freiwilliger des Mellumrats die Jugendlichen fachlich: „Dieses Projekt ist so zufriedenstellend, denn am Ende des Tages kann man echt sehen, was man geschafft hat.“ Marie aus Münster pflichtet ihm bei: „Das hat mir bisher am meisten Spaß gemacht – abgesehen von der Wattwanderung und den Freizeiten am Strand.“

Naturschutz ist also auch Landschaftsschutz. Und kann Menschen verbinden. So haben sich auf Wangerooge Jacopo (16) aus Italien und Jakub aus Slowenien (16) kennengelernt und festgestellt, dass sie sich nicht nur den Vornamen teilen, sondern auch den Geburtstag. Beim gemeinsamen Arbeiten tauschen sich die Jugendlichen über ihre Ansichten und Interessen aus, neue Freundschaften über Ländergrenzen hinweg entstehen. Das ist mit ein Grund, weshalb sich die Naturschutzstiftung Friesland, Wittmund, Wilhelmshaven, der Mellumrat und die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer seit Jahren für das Camp engagieren und spenden.

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