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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Wardenburger Hütten wärmen Flüchtlinge

24.10.2015

Wardenburg /Scheuen Wo sollen all die Flüchtlinge den Winter über untergebracht werden? Zelte sind nicht winterfest, der Markt für Wohncontainer ist so gut wie leer gefegt. Eine Alternative bieten Agnes und Wilfried Bendig mit ihrem Unternehmen Nordwestbox in Wardenburg (Landkreis Oldenburg) an: Gut isolierte Schnellbauhäuser aus Kunststoff (die NWZ  berichtete). Jetzt wurden die ersten Häuser in der Flüchtlings-Notunterkunft in Scheuen bei Celle aufgestellt. Insgesamt 250 Unterkünfte in Gartenhausoptik wurden für die knapp 1000 Flüchtlinge dort zusammengebaut.

Die Bauten bieten Platz für vier bis sechs Personen. Sie werden – mit Elektrik, Licht und Heizung ausgestattet – aufbaufertig geliefert. „Diese Unterkünfte bieten in der Notsituation neben einer menschenwürdigen Unterbringung auch ein gewisses Maß an Privatsphäre, vor allem für Familien“, sagt der Leiter der Kommunalabteilung im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, Dr. Alexander Götz.

Die Schnellbauhäuser ersetzen die Zelte – zuerst in Celle-Scheuen. Weitere Standorte sollen in den kommenden Tagen und Wochen folgen. Bereits Anfang September hatte das Land Niedersachsen insgesamt 1250 winterfeste Schnellbauhäuser bestellt. „Im Nachhinein ist es in dieser außergewöhnlichen Situation ein Glücksfall, dass wir so schnell reagiert und die Schnellbauhäuser in großer Menge bestellt haben. So können wir den Menschen in den Notunterkünften viele tausend sichere, warme und effiziente Schlaf- und Wohnplätze bieten“, so Götz.

Mit vier geschulten Helfern können sie innerhalb von rund einer Stunde auf- und abgebaut werden. Die Elemente können dann eingelagert und wiederverwendet werden. Die Hütten stehen den Katastrophenschutz-Kräften künftig auch für andere Einsätze zur Verfügung.

Die Herstellerfirma Nordwestbox kann sich unterdessen kaum vor Aufträgen retten. „Wir haben schon mehr Leute eingestellt, weil für die Häuser auch immer viel vorbereitet werden muss. Die Häuser sollen schließlich schnell aufgebaut werden, damit es eine ordentliche und vernünftige Unterkunft gibt“, erklärt Geschäftsführerin Agnes Bendig. Insgesamt arbeiten jetzt 120 Menschen für Nordwestbox.

Die hohe Nachfrage sieht Bendig mit gemischten Gefühlen: „Auf der einen Seite freuen wir uns natürlich. Auf der anderen Seite ist es schlimm, weil offenbar sehr viele Menschen noch in Zelten untergebracht sind. Aber wenn wir helfen können, tun wir das.“ Im Moment würden 25 Häuser pro Tag gefertigt. Die Menge könnte noch auf 30 gesteigert werden, wenn es denn auch genügend Lagerkapazitäten gibt.

Geordert werden die Häuser längst nicht mehr nur vom Land Niedersachsen. Erst am Freitag ging eine Anfrage aus Rumänien ein. „Wir bearbeiten natürlich alle Anfragen. Aber bei konkreten Bestellungen müssen wir gucken, wann wir liefern können.“

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THW