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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Oldtimer: Warum in Bockhorn Autos alt aussehen

07.06.2012

BOCKHORN Der Großvater von Reiner Meinjohanns (66) hatte in Altjührden eine Schmiede. Dort durfte Meinjohanns als Zehnjähriger mithelfen. Und der Großvater hatte auch einen Tempo-Dreirad-Lieferwagen. Heute wegen seiner Unvollkommenheit belächelt, war der dreirädrige Kleinlastwagen das Fahrzeug des Wirtschaftswunders, der Handwerker und Kleingewerbetreibende mobil machte. Für den zehnjährigen Reiner war der Tempo-Dreirad-Lastwagen vor allem das erste Auto, in dem er – verbotenerweise, aber ohne Karambolagen – seine ersten Fahrversuche unternehmen durfte, wenn der Opa beispielsweise mal Torf aus dem Moor holte.

Besser ohne Streusalz

Wenn Reiner Meinjohanns an diesem Wochenende zum Oldtimermarkt nach Bockhorn fährt, dann wird er dort sicher den einen oder anderen Tempo-Dreirad-Lastwagen sehen. Er selbst hat einen Hanomag-Lastwagen F 45, Reminiszenz an seine langjähriges Berufsleben als Kraftfahrer. Aber nicht mit dem Hanomag fährt Meinjohanns zum Oldtimermarkt, er pflegt einen neuen Zweig der „Oldtimerei“: Meinjohanns hat sich vor einigen Jahren einen Opel Rekord A von 1963 gekauft. Das Fahrzeug ist jedoch im unrestaurierten Zustand, auch weil der Rekord (ein Import aus Schweden) die fast 50 Jahre Lebensdauer tadellos überstanden hat. Eine winzige Roststelle am Heck-Kotflügel links, ein Steinschlag-Aufplatzer unterhalb der Windschutzscheibe, das war es auch schon, was 45 Jahre Autofahren in Schweden mit dem Fahrzeug angerichtet haben. „Der ist im Urzustand und bleibt auch so, der wird nicht restauriert.“ Meinjohanns vermutet, dass es das in Schweden nicht verwendete Streusalz war, das den Zustand des Fahrzeugs bewirkt hat.

Auf dem sattgrünen Veranstaltungsgelände von Herbert Ahlers (66) an der Bundesstraße 437 in Bockhorn kommen Oldtimer wie die von Reiner Meinjohanns richtig zur Geltung. Seit 1982 veranstaltet Herbert Ahlers den Oldtimermarkt, der sich zu einem der größten Oldtimermärkte in Deutschland entwickelt hat. Inmitten von Grün, nicht im Gewerbegebiet oder der Schnittstelle zweier Autobahnen hat Ahlers seinen Markt über die Jahre kontinuierlich entwickelt. 4000 Pkw und Nutzfahrzeuge, dazu unzählige Zweiräder und mehr als 30 000 Besucher kommen jährlich nach Bockhorn, „um Benzin zu reden“, wie es bei den Sammlern und Bastlern heißt. Bei bundesweit 220 000 historischen Fahrzeugen mit H-Kennzeichen (Alter 30 Jahre und mehr) bietet der Markt in Bockhorn einen guten Querschnitt durch die Oldtimer-Szene. In Bockhorn dürfen Autos auch alt aussehen. Fahrzeuge mit Patina, wie das von Meinjohanns aus Obenstrohe, sind in der Oldtimerei im Kommen, weiß Ahlers, der die Szene seit mehr als vier Jahrzehnten beobachtet. „Fahrzeuge mit Patina sind Hingucker.“ Er selbst hat – wie viele Motorradfahrer und Oldtimer-Sammler – ein Faible für Mopeds, aber bitte bis Baujahr 1960. „50 Kubikzentimeter sind Kult“, sagt Ahlers, der selbst drei solcher Mopeds hat. Viele Besitzer schwerer Motorräder hätten als Dritt- oder Viert-Fahrzeug ein Oldtimer-Moped.

Meinjohanns hat das Schlosser-Handwerk gelernt, wurde Kraftfahrer und saß sein ganzes Arbeitsleben lang am Steuer von Lastwagen. Vor sieben Jahren erfüllte er sich einen Traum und kaufte sich einen Hanomag, den er in Rekordzeit reparierte. Zusammen mit anderen Lkw-Besitzern fährt er zu Veteranentreffen. Eine wenig komfortable Art der Fortbewegung. Mit dem 65 PS starken (oder schwachen) Hanomag war er sogar im fernen Schwarzwald.

Laut und langsam

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Laut ist es in einem Lkw der 60er Jahre, es dauert lange, bis man die Treffen erreicht hat. „Aber die Lkw-Treffen sind etwas Schönes. Das ist wie früher“, freut sich Meinjohanns über die Begegnung mit anderen Nutzfahrzeug-Enthusiasten. Enthusiasmus und ein gewisses Portemonnaie gehören zu dieser Sparte der Oldtimerei dazu. Der Hanomag braucht „nur“ 15 Liter Diesel auf 100 Kilometer, aber Oldtimer-Kollegen wie der Vareler Rolf Decker mit seinem Henschel-Lkw muss schon 25 Liter Diesel für 100 Kilometer veranschlagen. Stolz sind sie aber, dass sie ihre historischen Lkw selbst hergerichtet haben. „Das sind die Idealisten, die ihre Fahrzeuge selbst restauriert haben mit wenig Geld.“

NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/nwztv

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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