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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Wassersportler wollen frei surfen – und klagen

03.12.2015

Oldenburger Land Wenn Sönke Böhrnsen auf das Brett steigt, das Segel hoch in den Himmel steigen lässt und ihn dann der Wind packt, geht es ihm wie vielen Sportlern aus dem Kitesurf-Verein: Dann fühlt er sich frei. Doch mit diesem Gefühl könnte es bald gänzlich vorbei sein, fürchtet er. Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer hat das Kitesurfen vor den Küsten der Region bis auf wenige Ausnahmen verboten. Aus Naturschutzgründen, heißt es.

Böhrnsen und seine Freunde vom Verein „wattnboardsport“ wollen das nicht hinnehmen. Einzelne Mitglieder klagen deswegen vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg gegen das Land Niedersachsen, vertreten durch die Nationalparkverwaltung.

Die Kitesurfer streiten zwar vornehmlich für freien Zugang zu ihren Revieren an der Wurster Küste (Kreis Cuxhaven). Was sie eigentlich wollen, ist jedoch nichts weniger als ein Grundsatzurteil. Ein prominenter Hamburger Anwalt für Verwaltungsrecht unterstützt sie dabei.

Die Frage, die in der Feststellungsklage geklärt werden soll, ist: Darf die Nationalparkverwaltung überhaupt Reviere beschneiden? Ist das nicht Angelegenheit des Bundes, der die Hoheit über die Bundeswasserstraßen hat? Zu denen nämlich gehören sämtliche Surf-Reviere. Und laut der sogenannten Befahrensordnung für Bundeswasserstraßen wäre das Kitesurfen nur um die Häfen und in der Fahrrinne verboten.

Die Nationalparkverwaltung beruft sich auf das Nationalparkgesetz. Darin heißt es, dass Drachensteigen an Land verboten ist. Die Segel der Surfer sieht sie als Drachen. Vögel könnten die Segel am Himmel als Gefahr erkennen und nicht mehr in Ruhe brüten können, ist das Argument. Die Sportler hingegen argumentieren, dass ihre Segel keine Drachen seien. „Sie dienen der Fortbewegung auf dem Wasser“, sagt Böhrnsen.

Von der Nationalparkverwaltung in Auftrag gegebene Gutachten ergeben, dass Vögel von den Kitern nur geringfügig beeinträchtigt werden. In Wremen (Kreis Cuxhaven) habe es etwa binnen elf Monaten nur drei „Störereignisse“ gegeben. Die meisten Störungen kommen durch Spaziergänger, mit und ohne Hund (35 Fälle).

Die Verwaltung werde von Naturschützern getrieben, sagt Böhrnsen. An Land würden extra Vögel aufgeschreckt und fotografiert. „Die Bilder sollen als Beweis dazu dienen, dass wir die Tiere aufscheuchen würden“, sagt Böhrnsen. Die Nationalparkverwaltung Wattenmeer war für die NWZ  telefonisch nicht zu erreichen.

Tobias Schwerdtfeger Leitung / Regionalredaktion
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