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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Welche Zukunft hat die Brücke?

21.03.2017

Weener Trotz fehlender Unterstützung aus Berlin will Niedersachsen die zerstörte Bahnbrücke über die Ems nicht nur reparieren, sondern durch einen Neubau ersetzten. Bei Beratungen im Verkehrsministerium am Montagabend wollte das Land weiter nach Möglichkeiten suchen, die fehlenden 15 Millionen Euro zu mobilisieren, die ein Neubau mehr kostet als eine Reparatur.

Was ist der Nutzen
eines Neubaus
?

Zur Überführung der Kreuzfahrtschiffe der Papenburger Meyer-Werft, auch aber zur Anlieferung von Bauteilen von Emden nach Papenburg, muss die Friesenbrücke etwa 50 Tage pro Jahr gesperrt werden. Bei einem Brückenneubau wäre der Bahnverkehr nicht beeinträchtigt.

Wer trägt die
Reparaturkosten
?

Die Versicherung des Schiffes, das die Brücke zerstört hat, deckt vier Millionen Euro. Die fehlenden 26 Millionen für eine Reparatur übernimmt die Deutsche Bahn, lässt sich das Geld aber vom Land vorstrecken. Ein Neubau kostet 15 Millionen Euro mehr, davon will das Land 5 Millionen übernehmen. Die Werft will eine Million Euro zuschießen, aus förderrechtlichen Gründen ist eine Beteiligung der Werft nur möglich, wenn sie die gesamten 15 Millionen Euro übernimmt.

Welche Rolle spielt
der Bund
?

Der Bund ist verpflichtet, die Ausgabe zusätzlicher Millionensummen wirtschaftlich zu rechtfertigen. Auf der von der Regionalbahn genutzten Strecke über die Friesenbrücke ergeben sich mit einem Brückenneubau keine Zusatzeinnahmen.

Aber was ist mit
dem Güterverkehr
?

Seit einigen Jahren gibt es keinen Güterverkehr mehr auf der Verbindung, zuletzt pendelte ein einzelner Müllzug zwischen Groningen und Bremen. Eine kürzlich vorgelegte Studie hat ergeben, dass Investitionen in die Strecke für mehr Güterverkehr sich nicht lohnen.

Was ist mit den
Niederländern
?

Ein Staatsvertrag mit den Niederlanden aus dem Jahr 1957 verpflichtet Deutschland, die Friesenbrücke nicht nur zu unterhalten, sondern auch zu erneuern. Ob dies im konkreten Fall die Finanzierung eines Neubaus beinhaltet, wird Auslegungssache sein. Die Niederlande pochen seit langem auf eine Aufwertung der Bahnverbindung Groningen-Bremen und den Einsatz schneller Züge von Amsterdam oder Groningen bis Bremen oder Hamburg. Das Nachbarland hat Millionensummen für eine zweigleisige Elektrifizierung der Strecke bis zur Grenze reserviert. An dem diskutierten Neubau wollen die Niederlande sich nicht beteiligen, da es sich lediglich um eine eingleisige Brücke handelt.

Kann Bremen keinen
Zuschuss geben
?

Bei einem Treffen mit dem Groninger Bürgermeister Peter den Oudsten am 18. November 2016 hat Bremens Regierungschef Carsten Sieling (SPD) zwar die Bedeutung einer besseren Bahnverbindung betont. Geld will Bremen dafür aber nicht in die Hand nehmen.

Geht es mit der Brücke trotzdem weiter?

Um weiteren Zeitverzug zu verhindern, setzt die Deutsche Bahn die Planung für eine Reparatur der Brücke ungeachtet der anhaltenden Diskussion um einen Neubau fort.

Wird der Anschluss nach Holland besser?

Auch wenn die Niederlande Druck machen, ist eine Aufwertung der Verbindung in Deutschland kein Thema. Bei der Neuausschreibung des Verkehrs bleibt es bei einem stündlichen Regionalzug Groningen-Leer. Dennoch haben beide Länder einen Ausschuss gegründet, der über Verbesserungen auf der sogenannten Wunderlinie berät.

Weitere Nachrichten:

Verkehrsministerium | Meyer-Werft | Deutsche Bahn | Bund | SPD

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