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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

NWZ bringt Bauern an einen Tisch

16.12.2019

Westerstede Einkommensverluste durch Dürre, Dumpingpreise im Einzelhandel, Umweltauflagen durch die Behörden – für Landwirte kommt es seit Jahren immer dicker. Gleichzeitig dünner wird der Geduldsfaden der Bauern, sie melden sich nachdrücklich zu Wort, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Sie fühlen sich zerrieben zwischen der Forderung nach mehr Umwelt- und Tierschutz und dem Wunsch nach billigen Produkten.

In der Beschreibung der Lage sind sich die Bauern einig, nicht aber über den richtigen Weg aus der Krise. Während etwa der Landvolkverband weniger schärfere Umweltauflagen fordert, hält die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft eher ein radikales Umdenken für notwendig. Mittendrin steht die Politik, die Entscheidungen wie die Düngeverordnung oder das Verbot von Pestiziden wie Glyphosat durchsetzen muss.

Einmal mehr bietet in diesem Interessenskonflikt die NWZ eine öffentliche Plattform, um Positionen deutlich zu machen und Chancen aufzuzeigen, wo und wie man Einigkeit erzielen könnte. „Land unter für die Bauern – Auswirkungen und Ursachen der anhaltenden Krise der Landwirtschaft“ ist der Titel der öffentlichen Podiumsdiskussion, die am Mittwoch, 8. Januar, um 18 Uhr im Jaspershof in Westerstede stattfindet.

Für viel Sachverstand sorgen die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, Landvolkpräsident Schulte to Brinke, Landvolkbezirksvorsitzender Hubertus Berges aus Cloppenburg, Wirtschaftsethiker Nick Lin-Hi von der Universität Vechta, Ottmar Ilch­mann, Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), und Gunda Bruns, AbL-Vorstandsmitglied.

„Landwirtschaft morgen – es geht nur gemeinsam, Wissenschaft, Verbraucher, Landwirtschaft und Industrie“, sagt Landvolkpräsident to Brinke als Kernsatz für die Veranstaltung. Dagegen hätte sicher auch AbL-Landesvorsitzender Ilchmann wenig einzuwenden. Nur unter „gemeinsam“ verstehen nicht alle dasselbe, was auch NWZ-Chefreporter Karsten Krogmann oft leidvoll erfahren musste. „Egal, was du schreibst: Am Ende fühlen sich meistens alle als Verlierer. Stellst du dich nicht eindeutig auf eine Seite, bist du sofort ein Gegner.“ Eigentlich wollte er deshalb überhaupt nicht mehr über landwirtschaftliche Probleme schreiben. Er hat sich nicht dran gehalten und ist nun gespannt auf die Debatte am 8. Januar im Jaspershof, die er vor allem fair moderieren will.

Auch Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast (CDU) könnte ein Lied davon singen, wie wenig erfreulich die Ausein­andersetzungen sind, wenn es um die Auflagen geht, die sie im Auftrag der EU den Landwirten zumuten muss. In Wardenburg (Kreis Oldenburg) musste sie vor wenigen Tagen die EU-Auflagen zur Düngeverordnung erläutern, die viele Landwirte für alles andere als sachgerecht halten.

Noch seien die Bauern friedlich, äußerte sich ein Sprecher des Bündnisses „Land schafft Verbindung“. Aber: „Das kann sich irgendwann auch ändern.“

Viel Aufregung um eigentlich nichts, meint dazu der Forscher und Wirtschaftsethiker Nick Lin-Hi. „Die Ernährungsindustrie steht vor einem Paradigmenwandel. Das Schnitzel der Zukunft kommt nicht mehr aus dem Schweinestall, sondern aus dem Bioreaktor. Die Landwirtschaft ist gut beraten, bereits jetzt die Weichen für das neue Zeitalter zu stellen“, rät er. Das sieht nach spannender Auseinandersetzung aus.

Thomas Haselier / Archiv
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