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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Wiesenhof-Leiharbeiter sollen vor Gericht ziehen

05.04.2016

Lohne „Das ist ein Stück aus dem Tollhaus“, sagt Matthias Brümmer. Der Oldenburger Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ist fassungslos. Was nur wenige Tage nach dem verheerenden Brand des Wiesenhof-Standorts in Lohne (Kreis Vechta) über die Arbeiter hereinbricht, macht ihn wütend.

Alle Berichte und Fotostrecken zum Großbrand bei Wiesenhof

Für 219 Leiharbeiter, sogenannte Produktionshelfer, geht es um die berufliche Existenz. Das Lohner Unternehmen Pro Work, bei dem die Arbeiter angestellt sind, hat bei der Agentur für Arbeit einen Antrag auf Massenentlassung gestellt. Und dabei einen Fehler begangen?

Das zumindest behauptet NGG-Chef Brümmer. Noch bevor die Agentur für Arbeit über den Antrag entschieden hatte, habe Pro Work die Kündigungen bereits ausgesprochen. Er rät den betroffenen Mitarbeitern deswegen, vor Gericht zu ziehen und die Kündigungen anzufechten.

Auf NWZ -Anfrage reagiert man bei Pro Work dünnhäutig. Eine Mitarbeiterin legt während des Telefonats unvermittelt den Hörer auf. Danach ist niemand mehr zu erreichen.

Ein Rundschreiben des Betriebsrats, das der NWZ  vorliegt, stützt Brümmers These. Für „Wiesenhof tätige Subunternehmer“ hätten „unverzüglich“ damit begonnen, „Leiharbeitnehmern und externen Mitarbeitern zu kündigen“.

Kritik an dem Umgang mit Leiharbeitern gibt es auch aus der katholischen Kirche. Der Vechtaer Prälat Peter Kossen warf den Unternehmern in der Fleischindustrie vor, Verantwortung wegzuschieben. Das System der Leiharbeit sei vielfach zum Menschenhandel verkommen.

Unterstützung bekommen die Leiharbeiter von einer auf Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei mit Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen. Nach NWZ -Informationen soll es am Donnerstag eine Versammlung geben, in der die Arbeiter beraten werden sollen. Kontakt zur Geschäftsführung des Wiesenhof-Konzerns gebe es laut Brümmer von Gewerkschaftsseite derzeit nicht. Zwar habe man um weitere Informationen gebeten. Die seien jedoch ausgeblieben.

Ein Feuer hatte am Ostermontag die Produktionsstätte in Lohne zu großen Teilen vernichtet. Bis zu 370 000 Hähnchen wurden jeden Tag am Standort geschlachtet. Wie es mit den Produktionsstätten weitergeht, ist unklar.

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Tobias Schwerdtfeger Leitung / Regionalredaktion
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