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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Gibt es Geisterschiffe wirklich?

13.12.2018

Wilhelmshaven Riesenkraken, die mit ihren Fangarmen ganze Schiffe in die Tiefe reißen, Monsterwellen, die auf hoher See sogar Ozeanriesen verschlingen, Meerjungfrauen, Phantominseln oder Seeschlangen – alles nur Seemannsgarn? Oder stecken hinter den Meeresmythen tatsächlich Tatsachen?

Dr. Olaf Fritsche ist Biologe, Biophysiker und Wissenschaftsjournalist und hat sich mit der Wahrheit hinter den Meeresmythen beschäftigt. An diesem Donnerstag, 13. Dezember, berichtet Fritsche im Deutschen Marinemuseum Wilhelmshaven, was Forscher über das geheime Innenleben der Ozeane herausgefunden haben.

Bei vielen seiner Nachforschungen sei er zunächst skeptisch gewesen, habe dann aber oft Erstaunliches herausgefunden, sagt Fritsche im Gespräch mit der NWZ. Ohne zuviel vorweg zu verraten: Geisterschiffe gibt es – und irgendwie auch nicht. Zum einen gäbe es das Geisterschiff, welches man sieht aber nicht physisch da ist, sagt Fritsche. So wie der berühmte Fliegende Holländer. Andere „Geisterschiffe“ sind greifbar, jedoch menschenleer und verlassen und tragen daher ihren Namen.

„Es gibt teilweise Phänomene, die tatsächlich existieren. Auch wenn wir uns es als Landratten nicht vorstellen können“, erklärt Fritsche. Wie zum Beispiel die Monsterwellen auf hoher See. Trotz vieler Augenzeugenberichte und zahlreicher Katastrophen war die Wissenschaft sich lange nicht einig, ob die Riesenwellen – nach Berichten doppelt und dreifach so hoch wie ein Familienhaus – doch ins Reich der Fantasie gehören. Am Neujahrstag 1995 wurde dann die Nordsee-Bohrinsel Draupner von einer über 26 Meter hohen Welle getroffen – ein Messinstrument lieferte einen ersten richtigen Beleg für das Phänomen. Und eigentlich ist die Riesenwelle, auch Monster- oder Freak-Waves, gar nicht so selten. Auch in der Nordsee. 2016 traf eine Riesenwelle eine Bohrinsel vor der Küste von Norwegen. 2015 wurde das Kreuzfahrtschiff Norwegian Dawn vor Florida von einer Monsterwelle durchgeschüttelt.

Also: Nicht alles, was sich wacker als Mythos hielt, bleibt auch einer. Doch wie entstanden die vielen Geschichten von Meerjungfrauen, Seeschlangen oder Riesenkraken? „Die Seeleute waren damals nicht so gut ernährt wie heute, oft krank, übermüdet oder betrunken“, sagt der Wissenschaftler. Kein Wunder also, dass man damals Gespenster sah.

Aber auch die Langeweile an Bord trieb so ihre Blüten. „Seemannsgarn kommt von Schiemannsgarn“, erklärt Fritsche. Das Garn wurde genutzt, um Taue zu umwickeln – eine recht eintönige Arbeit. Zudem wollten die Landratten zu Hause Geschichten von der See hören. Die dann zuweilen auch etwas fantasievoll ausfielen, da sich die Seebären in ihren Geschichten untereinander übertreffen wollten.

Heute geht die Forschung mit allem was sinnvoll ist und die Wissenschaft hergibt, den Meeresmythen auf den Grund. Mit Satelliten oder Bojen werden Riesenwellen erforscht, mit Tauchbooten die Riesenkraken. Auch Historiker arbeiten an der Aufarbeitung der Meeresmythen.

Und auch heute noch gibt es moderne Meeresmythen. „Wobei diese schon eher als Rätsel der Wissenschaft bezeichnet werden“, meint Fritsche. Spannende Sagen und Legenden stecken da meist nicht mehr dahinter.

„Das Meer ist geheimnisvoll, gefährlich und von großer Bedeutung“, sagt der Wissenschaftler. Es birgt gewaltige Kräfte. Daher auch die Jahrhunderte alte Faszination des Menschen für den Ozean.

Die Zuhörer des Vortrags im Marinemuseum dürften sich jedenfalls gefahrlos auf spannende Geschichten einstellen – und auf die Wahrheit hinter den Meeresmythen.

Tonia Hysky
Redakteurin
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2154

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