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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Krisengipfel rügt die Nordwest-Bahn

13.12.2019

Wilhelmshaven Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies ist ein Mann mit guten Manieren und besticht in der Regel durch sein freundliches, gewinnendes Auftreten. Doch am Mittwochabend machte er keinen Hehl daraus, dass seine Geduld am Ende sei. „Wir können auch anders“, sagte er in Wilhelmshaven auf einem sogenannten Krisengipfel, in dem es um die dramatische Unzuverlässigkeit der Nordwest-Bahn ging.

Mit Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist, Frieslands Landrat Sven Ambrosy, Tom Nietiedt, Präsident des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes Jade (AWV) und AWV-Hauptgeschäftsführer Jasper Strauß hatten sich die Spitzenvertreter der Kommunen und der Wirtschaft mit Minister Lies getroffen, um gemeinsam ihre Unzufriedenheit mit dem regionalen Bahnanbieter Nordwest-Bahn auszudrücken.

„Es reicht!“, formulierte Lies seine Kritik. „Wir haben alle genug davon, dass immer wieder Züge ausfallen und Bahnfahrten nicht mehr zuverlässig geplant werden könnten.“ Wilhelmshavens Oberbürgermeister Feist nannte die Situation „unerträglich“ und verwies darauf, dass sowohl Berufspendler als auch Touristen unter der Situation besonders zu leiden hätten. Er wolle, dass die Probleme endlich gelöst und nicht mehr nur beschrieben würden.

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Die Wirtschaftsvertreter Nietiedt und Strauß verwiesen darauf, dass die Nordwest-Bahn ihre Kosten nicht solide geplant habe, um den Zuschlag für den lukrativen Auftrag zu bekommen. Nietiedt: „Hier ist die Unzuverlässigkeit zum Geschäftsprinzip geworden.“

Sollte es der Nordwest-Bahn nicht gelingen, innerhalb der nächsten Monate einen Kurswechsel vorzunehmen und die mehrfach gegebenen Zusagen auch einzuhalten, drohen nachhaltige Folgen. So könnte es beispielsweise sein, dass die Muttergesellschaft Transdev von künftigen Ausschreibungen ausgeschlossen werde, weil sie keine Zuverlässigkeit ihrer Angebote garantieren könne. Da die bisher ausgesprochenen finanziellen Strafen offenbar nicht ausreichten, müsse dann eben über die Höchststrafe nachgedacht werden, erklärten die Vertreter der Region.

Neben der unzuverlässigen Versorgung durch die Nordwest-Bahn sieht man in der Region Friesland/Wilhelmshaven/Wittmund aber auch die mangelhafte Anbindung an den Fernverkehr der Deutschen Bahn als kritisch an. Lies und seine Gesprächspartner forderten nachdrücklich, dass nach der von der Bahn versprochenen Elektrifizierung der Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven eine IC-Anbindung an Wilhelmshaven nötig sei.

Die bisherige Planung einer Regionalanbindung reiche nicht aus. „Da müssen deutliche Verbesserungen her“, unterstrich Lies die Forderung. In diesem Zusammenhang kündigte Frieslands Landrat Ambrosy an, dass die Landkreise Friesland und Wittmund sowie die Stadt Wilhelmshaven ein Gutachten vorlegen würden, aus dem deutlich werde, dass eine ordentliche Anbindung des Nordwestens an das bundesdeutsche Fernverkehrsnetz durchaus möglich sei.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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