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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Schnelleres Internet entlang der Nordseeküste gefordert

29.01.2020

Wilhelmshaven Statt die Nordseeküste als Rückzugsort zur digitalen Entgiftung anzupreisen, setzen Tourismusexperten in Niedersachsen auf schnelleres Internet und besseren Handyempfang. „Wir brauchen Breitband an jeder Milchkanne – im Gegensatz zu manchen Bundespolitikern, die das anders sehen“, sagte der Vorstand des Tourismusverbands Nordsee, Sven Ambrosy. Er forderte beim Nordsee-Tourismustag am Dienstag im Atlantic Hotel in Wilhelmshaven außerdem besseren Mobilfunk von Cuxhaven bis an die Grenze zu den Niederlanden. „In den Niederlanden haben Sie beispielsweise nie Probleme, wenn Sie auch am Strand LTE-Standard brauchen.“

Mangel an Arbeitskräften

Digital Detox und Entschleunigung sind zu Schlagworten im durchdigitalisierten Alltag geworden – könnten sie dank schlechter Erreichbarkeit nicht zu Standortvorteilen beim Tourismus werden? Es gebe auch Kunden, die froh seien, wenn sie mal nicht erreichbar sind, sagte Ambrosy: „Aber das sind Einzelfälle.“ Die Urlauber wollten gutes Internet, um am Strand schon das Abendprogramm zusammenzustellen oder um Fotos an Verwandte zu schicken und über soziale Medien zu teilen.

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Funklöcher nein

Armin Kanning, Aufsichtsratsvorsitzender des Küstenortzusammenschlusses „Die Nordsee“, merkte an, dass auf den Campingplätzen im Wangerland auch Gäste seien, die arbeiten müssten und Internet bräuchten: „Wir arbeiten an WLAN an den Stränden.“ Außerdem gelte es, Menschen für die Tourismusbetriebe in die Region zu locken: „Ich sage ganz bewusst Arbeitskräfte – wir reden also nicht mehr allein nur von Fachkräften, sondern wir haben Mangel an jeder sich denkbaren Stelle, sei es bei der Reinigung oder dem Mann, der meine Campingplätze mäht“, sagte Kanning.

An der gesamten niedersächsischen Nordsee gibt es laut Ambrosy, alle Betten zusammengezählt, um die 27 Millionen Übernachtungen pro Jahr. „Tourismus ist ein Wirtschaftszweig und braucht Infrastruktur wie jeder andere Wirtschaftszweig auch.“ Selbst wenn der einzelne Urlauber oder eine signifikante Gruppe für sich entscheide, „,ich brauche das nicht‘, dann braucht es aber der Anbieter für Buchungen und was Kundenkontakt angeht.“

Mehr Online-Buchungen

Als Vorbild in Sachen Digitalisierung galt bei diesem Nordsee-Tourismustag Oberbayern. Dort wurden 17 sogenannte eCoaches ausgebildet, die nun Kleinvermieter beraten. Ein erster Schritt sei, die Vermieter von Telefon und Kalender weg und hin zu Onlinebuchungen zu bringen, sagte Coach Holger Lortz, der in der Region Bad Tölz seit rund einem Jahr berät. „Wir haben die Zahl der online buchbaren Betriebe verdoppelt.“ Projektleiterin Anja Reinhardt erklärte, statt Influencer und Blogger zu bezahlen, könnte Gästen etwas geboten werden, damit sie die entsprechenden Kanäle von selbst mit Fotos füllten.

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