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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

So lief der erste Tag beim Abriss im Wollepark

27.04.2017

Delmenhorst Der Motor startet, der Greifarm des Kolosses setzt sich langsam in Bewegung, unzählige Kameras richten den Blick auf den Bagger, der beherzt zupackt und unter donnerndem Getöse das erste Stück aus dem maroden Gemäuer herausreißt. Es ist soweit: Am Mittwochmorgen fiel nun endlich der Startschuss für die Abrissarbeiten im Delmenhorster Wollepark. Ein Moment, den sich die Verantwortlichen schon lange herbeigesehnt hatten.

Meilenstein für die Stadt

„Es ist ein wichtiger, ganz besonderer Tag für Delmenhorst, ein Meilenstein kann man sagen“, freut sich Stadtbaurätin Bianca Urban. In den vergangenen Monaten habe man intensiv daran gearbeitet, hier den Abbruch vorbereitet, um Neues zu entwickeln. Fünf leerstehende Wohnblöcke (1 bis 5) sowie eine Parkgarage sollen bis Ende September verschwunden sein. Am Mittwoch nahm sich der Bagger zunächst die Parkgarage vor. Im weiteren Verlauf folgen dann die Wohnhäuser mit rund 150 Wohnungen.

Lesen Sie hier alle Artikel zum Wollepark

Der Wollepark gilt schon seit mehreren Jahren als Problemviertel. Die Stadt hatte die Gebäude, die jetzt abgerissen werden, im Juli 2015 bei einer Zwangsversteigerung für rund 625.000 Euro erworben. Für den Abriss sind rund 1,5 Millionen Euro eingeplant. Die Häuser gehören zu einem rund 23 Hektar großen Gebiet. Viele Gebäude und Wohnungen sind veraltet, teilweise verwahrlost. In dem Quartier sind Mieter aus 38 Nationen zu Hause, oft leben viele Menschen auf engem Raum zusammen.

Der Polizei zufolge wird das Gebiet von Straftätern als Rückzugsort genutzt. Bei einer Razzia Ende März stellten 100 Einsatzkräfte von Polizei, Zoll Bremen und der Stadt Delmenhorst einige Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz sowie Verkehrsdelikte fest. Auch zwei Haftbefehle wurden vollstreckt. Die Stadt will das Viertel nun sanieren. Insgesamt stehen 9,3 Millionen Euro bereit, zwei Drittel der Summe stammen aus Landes- und Bundesmitteln.

„Es gibt einen Bebauungsplan der Gewerbenutzung, aber letztlich auch Wohnungsnutzung vorsieht. Das werden wir auf den Prüfstand stellen, um letztendlich ein neues städtebauliches Konzept zu entwickeln, das den heutigen Anforderungen der Stadt gerecht wird“, gibt Stadtbaurätin Urban als weitere Schritte an. Derzeit würden Studenten der Hochschule Bremen aus dem Masterstudiengang Architektur an Möglichkeiten arbeiten – und dadurch einen wertvollen Diskussionsbeitrag über die künftige Nutzung leisten.

Für Delmenhorsts Oberbürgermeister Axel Jahnz seien die ganzen Wochen, Monate und Jahre bis hin zum Abriss ein Dauerlauf gewesen, der viel Ausdauer erfordert habe. Um so glücklicher sei er nun über den Beginn der Arbeiten. „Es gibt nichts schöneres als jetzt den Abriss in den kommenden Wochen zu verfolgen , um eine neue Landschaft entstehen zu lassen“, sagt Jahnz.

Auch die Bewohnervertreter des Nachbarschaftsbüro Wollepark waren am Mittwoch vor Ort und befürworteten die Maßnahmen. „Wir haben lange dafür gekämpft, dass etwas passiert und das es schnell geht. Die Neubauten sollen den Ruf des Wolleparks wieder verbessern“, sagt Rihani Vali hoffnungsvoll. „In den vergangenen Jahren wurde in den leeren Häusern so viel kaputt gemacht“, beklagt auch Mecide Aygün.

Bewohnervertreter Peter Ledwoin ist froh, schließlich sei der Abriss gut dafür, um das Ansehen der Stadt zu fördern. Skeptisch zeigt sich Ledwoin indes bei den Plänen einer gewerblichen Nutzung. „Es stellt sich natürlich die Frage, wie mögliche Investoren, mit Blick auf die anderen Bauten dahinter, reagieren“, sagt er und zeigt auf die restlichen Wohnblöcke im Wollepark.

Gashahn zugedreht

Zwei Häuser des Viertels sind derzeit in den Schlagzeilen, weil die Wohnungseigentümer Wasser- und Gasrechnungen nicht bezahlt haben. Die Stadtwerkegruppe drehte den rund 350 Mietern deshalb Anfang April das Wasser ab, musste die Sperre nach einer Entscheidung des Landgerichts Oldenburg aber wieder aufheben. Gegen 8.30 Uhr wurde an diesem Donnerstag das Gas abgestellt – jetzt sitzen die Mieter, darunter viele Familien, im Kalten.

Alles zum Abbruch des Wolleparks in Delmenhorst lesen Sie in unserem Wollepark-Spezial.

Niklas Benter
Volontär, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003
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