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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Yezidisches Forum wehrt sich gegen „Unwahrheiten“

03.09.2013

Oldenburg „Verunglimpft“ sieht der Verein Yezidisches Forum Oldenburg sich und den yezidischen Glauben durch die NWZ -Reportage „Der einsame Weg in die Freiheit“ vom 24. August 2013. „Aufgrund nicht zutreffender Aussagen zur yezidischen Religion und der Verallgemeinerung eines Einzelschicksals werden yezidische Mitbürgerinnen und Mitbürger erheblich belastet“, schreibt der Vorstand in einer achtseitigen Stellungnahme, die er jetzt an Politiker und soziale Einrichtungen verschickt hat. „Durch pauschale Aussagen werden die Yeziden in die Nähe einer finsteren Sekte gerückt.“

Die NWZ  hatte in der Reportage das Schicksal einer 27-jährigen yezidischen Mutter geschildert, die sich von ihrer Familie bedroht und verfolgt fühlt. Die Frau hatte sich von ihrem yezidischen Ehemann getrennt und ist inzwischen mit einem Deutschen liiert. Es handele sich dabei nicht um einen Einzelfall, wurden Justiz und Beratungsstellen in dem Artikel zitiert.

Das Yezidische Forum beklagt die „fehlende Objektivität“ der Berichterstattung und „grundlegende Unwahrheiten“. So sei es beispielsweise falsch, dass eine yezidische Scheidung allein vom Ehemann ausgesprochen werden könne. „Auch die Ehefrau kann die Scheidung betreiben“, heißt es in der Stellungnahme. Es gebe zudem kein „yezidisches Recht“, das ein Kind dem Vater zuschreibe. „Für uns gelten die Vorschriften des deutschen Sorgerechts.“

Zur im NWZ -Artikel beschriebenen Regel, nach der Yeziden „zur Selbsterhaltung“ untereinander heiraten sollen, schreibt der Vorstand: „Bei dieser Heiratsregel handelt es sich um eine Tradition, die sich im Lauf der jahrhundertelangen und bis heute andauernden Verfolgung und Dezimierung der Yeziden entwickelt hat. Wir sind uns dessen bewusst, dass die gesellschaftlichen Bedingungen in Westeuropa andere sind als in den Herkunftsländern.“

Gewalt lasse sich nicht mit Inhalten der yezidischen Religion legitimieren, heißt es weiter. „Wir bestreiten nicht, dass es auch unter Yeziden Fehlverhalten aufgrund von tradierten Verhaltensweisen aus den Herkunftsländern gibt. In dieser Hinsicht wird der Vergleich mit anderen Religionen für uns nicht unbedingt negativ ausfallen.“

Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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