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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Weser-Ems

Zweites Leck in Emstunnel

11.12.2013

Leer Die Lage im Emstunnel bei Leer verschärft sich. Mittlerweile strömen Wassermassen durch ein zweites Leck in den Tunnel. „Durch den Wasserdruck ist eine Dichtung beschädigt worden“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Dienstag. Bereits seit Freitag fließen durch ein fünf Zentimeter großes Bohrloch rund 500 Liter Wasser pro Minute in die Südröhre des Tunnels. „Das erhöht sich jetzt noch um 200 bis 300 Liter“, sagte der Sprecher. Das Leck war bei Bauarbeiten entstanden. Nach Polizeiangaben hatte ein Arbeiter zu tief gebohrt.

Wegen des Lecks gerät die Straßenbaubehörde in Oldenburg in die Kritik. Die Feuerwehr teilte mit, dass die Ablösung ihrer Einsatzkräfte durch eine Spezialfirma am Montag alles andere als reibungslos verlaufen sei. Das Unternehmen aus Delmenhorst habe zunächst nicht genug Rohre dabei gehabt, um das abgepumpte Wasser von der Tunnelmitte bis nach draußen befördern zu können. Anschließend habe sich herausgestellt, dass die Pumpe der Firma den Wassermassen nicht gewachsen war. Eigentlich hätten die Feuerwehrleute am Montag vom Tunnel abziehen sollen.

Joachim Delfs, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, sprach von möglichen „Kommunikationsdefiziten“, wollte die Probleme aber „nicht überbewerten“. Schließlich laufe seit Montagabend „alles reibungslos“.

Als der Schaden am Freitag bemerkt wurde, sprang die freiwillige Feuerwehr ein und verhinderte tagelang im durchgehenden Schichtbetrieb, dass der Tunnel volllief. Erste Bemühungen, das Loch zu stopfen, waren am Wochenende gescheitert. Dienstag wurde nach Delfs’ Angaben ein neuer Versuch gestartet.

Kritik kam auch vom Landkreis Leer. „Sorge bereitet, dass dieser Vorfall die ohnehin kaum nachvollziehbare Bauzeit mit weiteren Tunnelsperrungen weiter verlängern könnte“, so Landrat Bernhard Bramlage. Die Industrie- und Handelskammer hatte die für die Tunnel-Sanierung eingeplante Zeitspanne schon in der Vergangenheit als zu lang und damit schädlich für Betriebe in der Region bezeichnet. Mit den Bauarbeiten wurde Ende Juli begonnen, sie sollen nach 14 Monaten beendet sein.

Nach Bramlages Angaben will sich der Verein „Wachstumsregion Ems-Achse“, dem neben Firmen zahlreiche Kommunen in der Region angehören, wegen der Verkehrsbehinderungen durch die Tunnel-Sanierung nun an Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) wenden.