Wesermarsch - Bestehende soziale Probleme und Ungleichheiten treten während der Corona-Krise besonderes hervor, berichtet Holger Beyer, Vorsitzender VdK Kreisverband Wesermarsch. „Dies betrifft insbesondere die Frauen in unserer Gesellschaft“, betont auch die VdK-Landesverbandsfrauenvertreterin Gunda Menkens.

„In unserer Verfassung wird zwar die Gleichberechtigung von Frauen und Männern garantiert. Dies ist aber in der Praxis bei Weitem nicht so“, sagt sie. Es seien meistens die Frauen, die während des Lockdowns die Fürsorgearbeit in den Familien übernommen haben. Sei es die Sorge für die Kinder, denen der Schulstoff zu vermitteln ist, oder auch die Pflege von Familienangehörigen. Vorwiegend seien es die Frauen, die in systemrelevanten Berufen wie der Kranken- und Altenpflege, Einzelhandel und Pädagogik tätig sind. Auch seien viele Frauen in Deutschland im Niedriglohnsektor beschäftigt, viele als Teilzeit- oder Minijob.

Die ersten Entlassungswellen nach Ausbruch der Pandemie habe vor allem Beschäftigte in Branchen wie Gastronomie und Einzelhandel getroffen, auch hier sei der Frauenanteil besonders hoch, berichtet der VdK. Aber auch die in Vollzeit beschäftigten Frauen mussten in den vergangenen Monaten ihre Arbeitszeit verringern und im Homeoffice arbeiten, um die Kinderbetreuung oder Pflegearbeit zu übernehmen, berichtet der Sozialverband. Studien hätten gezeigt, dass es vor allem Frauen seien, die diese Mehrfachbelastung geschultert haben und dafür auch noch Einkommensverluste hinnehmen mussten, heißt es weiter vom VdK.

Dies alles wirke sich auch auf die Altersversorgung der Betroffenen aus. „Es macht uns wieder klar, dass Sorgearbeit, die Frauen täglich unentgeltlich leisten, wesentlich mehr Anerkennung erfahren muss. Aber es muss unbedingt auch für eine angemessene Entlohnung in den systemrelevanten Berufen gesorgt werden“, fordert Gunda Menkens.

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