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JUGENDLICHE Ausbildungsmarkt trotzt der Krise

HENNING BIELEFELD

WESERMARSCH - Der Ausbildungsmarkt in der Wesermarsch trotzt der Wirtschaftskrise. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge lag am 30. November nur unwesentlich unter dem Stand des Vorjahres. Das ergab eine Umfrage der NWZ bei der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und der Landwirtschaftskammer.

So hat die Oldenburgische IHK am 30. November in der Wesermarsch exakt 353 Ausbildungsverträge registriert – 13 weniger als am 30. November 2008. Mit diesem Minus von 3,6 Prozent liegt die Wesermarsch besser als das gesamte IHK-Gebiet, in dem es einen Rückgang um 5,4 Prozent gab.

Pakt für Ausbildung

„Angesichts der Wirtschaftskrise sind wir mit dem Ergebnis zufrieden“, sagte der IHK-Sprecher Michael Bruns. Für Bewerber, die zu den Einstellungsterminen am 1. August und am 1. September nicht zum Zuge gekommen waren, gibt es im Zuge des Ausbildungspaktes noch Nachvermittlungen. Diese Arbeit läuft weiter. In der Wesermarsch ist Ludger Wester für den Ausbildungspakt auf der Suche nach weiteren Ausbildungsplätzen und spricht Betriebe an. Neben Ausbildungsplätzen wurden auch Einstiegsqualifizierungen (EQJ) angeboten.

Mitglieder des Pakts sind neben der IHK auch die Handwerkskammer und die Arbeitsagenturen sowie die Arbeitsgemeinschaften für die die Empfänger von Arbeitslosengeld II. Ebenso wie die Handwerkskammer wirkt die IHK am Nordenhamer Ausbildungsberatungsbüro Boje und bei der Berufsfindungsmesse in Brake mit.


720 Ausbildungsplätze für das Jahr 2010 finden sich in der Lehrstellenbörse, die die IHK in ihrem Online-Auftritt anbietet. Rund 130 Berufe von der Fachkraft für Hafenlogistik bis zum Verkaufsberater für Automobile sind hier aufgelistet.

Erstmals können Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, auch ihr eigenes Profil einstellen.

Eine solche Lehrstellenbörse bietet auch die Handwerkskammer Oldenburg an. Für die Wesermarsch meldet der Ausbildungsberater Wolfgang Jöhnk gute Zahlen: Am 30. November hatte er 219 Ausbildungsverträge registriert – einen weniger als am 30. November 2008. Zum Vergleich: 2005 wurden 191 Ausbildungsverträge registriert. Branchenschwerpunkte konnte er ebenso wenig nennen wie Michael Bruns von der IHK. Jöhnk wollte aber nicht ausschließen, dass einige von den Verträgen inzwischen wieder aufgelöst worden sind.

Bauern melden mehr

In der Metallverarbeitung und in der Feinwerkmechanik sei das Angebot an Ausbildungsplätzen zurückgegangen. Das Angebot in diesen Branchen sei immer noch gut, aber im vergangenen Jahr habe es einen Boom gegeben, war aus Handwerkskreisen in der Wesermarsch zu erfahren. Dieser Rückgang sei durch andere Branchen nicht wieder aufgefangen worden.

Besser als in den vergangenen Jahren sieht es dagegen in der Landwirtschaft aus. In etwa 20 Betrieben in der Wesermarsch werden 24 Jugendliche im zweiten und dritten Lehrjahr ausgebildet, sagte Karl-Heinz Brett, Ausbildungsberater der Landwirtschaftskammer-Außenstelle Oldenburg-Nord. Im vergangenen Jahr seien es drei oder vier weniger gewesen.

„Wer in der Landwirtschaft einen Ausbildungsplatz haben will, der bekommt auch einen, wenn er die Voraussetzungen erfüllt“, sagte Brett. In der Wesermarsch gebe es insgesamt 33 landwirtschaftliche Ausbildungsbetriebe.

Die beiden Lehrstellenbörsen sind online zu finden unter

www.ihk-oldenburg.de und www.hwk-oldenburg.de

Die Arbeitsagentur

unterstützt ebenfalls Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen. Allerdings sind nicht alle Jugendlichen und auch nicht alle abgeschlossenen Lehrverträge bei ihr registriert, sagt der Berater Kay Schiwy. Zum 30. September – neuere Zahlen gibt es nicht – waren der Agentur in der Wesermarsch 442 Lehrverträge und 813 Suchende bekannt. Wer keinen Ausbildungsplatz bekommt, absolviert oft ein Jahr in den Berufsbildenden Schulen.
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