WESERMARSCH - Die Unabhängigen Wählergemeinschaften Wesermarsch (UW) treten zum ersten Mal bei der Kreistagswahl an. 17 Kandidatinnen und Kandidaten gehen ins Rennen.

von lore timme-hänsel

WESERMARSCH - Die Unabhängigen, der Zusammenschluss von sieben kommunalen Wählergemeinschaften in der Wesermarsch, verstehen sich als eine zusätzliche Alternative. Sie treten für eine neue Qualität in der Kreispolitik ein. „Wir wollen eine sachorientierte und solide Politik machen, die auch künftigen Generationen noch Handlungsspielräume lässt. Wir streben in Einzelfällen eine intensive Zusammenarbeit mit anderen Gruppen an“, erklärt UW-Sprecher Walter Erfmann. Eine feste Verbindung mit einer Kreistagsfraktion schließt er jedoch aus. „Unser Vorteil ist, dass wir keinen übergeordneten Parteizentralen unterstellt sind. Unsere Mandatsträger entscheiden völlig unabhängig und ohne Fraktionszwang.“

Die Unabhängigkeit der UW-Kandidaten drückt sich auch im Wahlprogramm aus. So bekennt sich die Liste klar zur Küstenautobahn, bei der Außen- und Unterweservertiefung scheiden sich jedoch die Geister. Für Birgitt von Thülen, UW-Kandidatin im Wahlbereich Butjadingen/Stadland/Jade, ist die Weservertiefung nicht tragbar. Für Walter Erfmann, UW-Kandidat im Wahlbereich Brake/Ovelgönne, hat das Vorhaben aus wirtschaftlicher Sicht regionale Bedeutung.

Geschlossen sprechen sich die Unabhängigen für die B 211 neu einschließlich der Ortsumgehung Loyerberg aus und fordern außerdem den Bau weiterer Radwege. Um Fehlplanungen zu vermeiden, halten die Unabhängigen ein Kreisentwicklungskonzept für notwendig. „Die Betriebe und Einwohner in der Wesermarsch müssen wissen, wohin die Reise gehen soll“, betont Erfmann.

Das maritime Kompetenzzentrum Elsfleth ist für die UW ein Projekt von regionaler Bedeutung, an dem sich der Landkreis beteiligen muss. Das Kompetenzzentrum sei positiv für das Image der Wesermarsch und verbessere das Bildungsangebot.


Bei der Neuordnung des Abfallgebührensystems fordern die Unabhängigen eine größtmögliche Gebührengerechtigkeit. Zuvor möchten sie geklärt haben, warum die Gebühren in anderen vergleichbaren Landkreisen niedriger sind.

Beim Personennahverkehr sprechen sich die Unabhängigen für eine bedarfsgerechte Organisation aus. „Die öffentliche Hand steht in der Pflicht“, betont Birgitt von Thülen. Den Bürgerbus, an dessen Konzept zurzeit die Bürgerinitiative Butjadingen arbeitet, versteht sie denn auch als eine Ergänzung zum ÖPNV.