WESERMARSCH - Maike Harbers-Bahr konnte kaum laufen, als sie das Reiten lernte. Damals war sie 2 Jahre alt. Heute ist sie 37 und hat den größten Pensionspferdebetrieb in der Wesermarsch aufgebaut. Von einem „angenehmen Zubrot“ kann hier keine Rede mehr sein.
Offene Laufställe
Im Gegenteil: Auf den Höfen in Seeverns und in Hoben unweit der Hahnenknooper Mühle hat sie Millionen investiert. Damit kann sie ihren Pensionspferden erstklassige Bedingungen bieten. Und anders als andere Betriebe in der Wesermarsch kann sie ihren vierbeinigen Gästen ein ganzjähriges Quartier ermöglichen. „Das ist unser Schwerpunkt“, sagt Maike Harbers-Bahr.
Die Kunden kommen aus der Schweiz und Italien, aus dem Ruhrgebiet und Hessen. Viele von ihnen sind Manager, die sich ihre Leidenschaft für Sportpferde leisten können. Maike Harbers-Bahr hat Platz für rund 100 Gastpferde und für 45 eigene Pferde – zehn Zuchtstuten samt Nachwuchs. Dazu kommen noch 50 Sommerpensionspferde. „Jetzt ist aber eine Grenze erreicht“, sagt die Unternehmerin.
Vor zehn Jahren hatte sie den Betrieb mit dem Hof Hoben von ihrem Vater Hans Bahr geerbt, der ein angesehener Züchter des Hannoveraner Pferdes war. Kurzzeitig hatte sie überlegt, die Pferdezucht aufzugeben. Doch nach intensiven Gesprächen mit einem Beratungsbüro beschloss sie zu investieren. Während ihr Mann Jan-Dirk Harbers die Milchviehhaltung ausbaute – er melkt 280 Kühe –, setzte sie ganz auf das Pferd.
Sie ließ sowohl in Seeverns als auch in Hoben mehrere Offenlaufställe errichten, in denen die Pferde im Winter artgerecht gehalten werden können. „Da können die Pferde rein- und rauslaufen, sie haben riesige Liegeflächen mit Stroh und Betonflächen zum Stehen“, schildert Maike Harbers-Bahr. „Der Vorteil von Offenlaufställen ist, dass die Pferde immer in Bewegung sind. Dadurch haben sie weniger orthopädische Probleme. Außerdem entwickelt sich ein gutes Sozialgefüge.“
Der Clou: Sowohl in Seeverns als auch in Hoben hat Maike Harbers-Bahr sechs Webcams angebracht, die es den Besitzern ermöglichen, die Entwicklung ihrer Tiere zu verfolgen, sobald sie die richtige Geheimnummer eingegeben haben.
Die meisten Pferde kommen mit sechs Monaten zu Maike Harbers-Bahr und bleiben, bis sie vier Jahre alt sind. Ab dem dritten Lebensjahr werden sie eingeritten, das dauert drei bis sechs Monate. Dafür hat Maike Harbers-Bahr zwei Mitarbeiterinnen eingestellt: Antje Padecken und Jessica Edom.
Eigene Reithalle
Vor zwei Jahren hat sie in Seeverns zudem eine 20 mal 42 Meter große Reithalle errichten lassen und davor einen 20 mal 60 Meter großen Außenreitplatz geschaffen.
Auch Zuchtmanagement bietet Maike Harbers-Bahr an. Dafür hat sie in Seeverns eine Besamungsstation eingerichtet. Der Samen kommt per Versand.
An Reitturnieren nimmt sie jetzt nicht mehr teil. Der große Betrieb und die drei Kinder Paul (7), Lotta (2) und Emma (7 Monate) lassen ihr keine Zeit dazu.
