WESERMARSCH - WESERMARSCH/WMZ/BN - „Der Jade-Weser-Port braucht die geplante Küstenautobahn A 22 definitiv nicht!“ Zu diesem Fazit ist der Koordinierungskreis der Bürgerinitiativen gegen die A 22 nach dem Studium des Verkehrsgutachtens zur Hinterlandanbindung gelangt, das derzeit zusammen mit den Planfeststellungsunterlagen für den geplanten Tiefseewasserhafen öffentlich ausliegt.

„Die vom Jade-Weser-Port induzierten Straßengüterfernverkehre verlangen im Bundesstraßennetz außerhalb des Planungsraumes Wilhelmshaven auf keinem Streckenabschnitt Anpassungs- oder Ausbaumaßnahmen.“ Dies sei das Ergebnis des Verkehrsgutachten, teilte Uwe Schmidt, Sprecher der Initiativen gegen die A 22, mit.

Das Gutachten zeige auch, dass die Hauptverkehre aus dem Jade-Weser-Port eindeutig nach Süden und Südosten fließen werden. Das gilt für Zielorte sowohl in Niedersachsen als auch im übrigen Deutschland und in Europa.

„Die A 22 wird in den rund 20 Ordner umfassenden Planfeststellungsunterlagen überhaupt nicht erwähnt“, so Uwe Schmidt. Verwunderlich sei das nicht, wenn man die detailliert in dem Verkehrsgutachten aufgelisteten Verkehrsmengen und -ströme aus dem geplanten Jade-Weser-Port betrachte. Für die Bundesstraße 437 werde für den Streckenabschnitt zwischen Varel und Rodenkirchen, auf dem derzeit rund 8000 Fahrzeuge pro Tag fahren, eine zusätzliche Belastung von lediglich 19 Schwerverkehre pro Tag vom oder zum Jade-Weser-Port erwartet

In niedersächsische Zielgebiete, die über eine mögliche A 22 schneller erreicht werden könnten, würden nur sechs Lastwagen pro Tag fahren. Lediglich 18 Schwerverkehre pro Tag könnten Ziele in Schleswig Holstein und Mecklenburg-Vorpommern über die A 22 günstiger anfahren. Nach Skandinavien wären 38 LKW-Fahrten täglich zu erwarten. Und das bei voller Auslastung des Jade-Weser-Ports und unter Berücksichtigung aller Leerfahrten. Alle anderen Zielorte können genauso gut oder besser über das vorhandene Autobahnnetz erreicht werden.


Auch die bestehenden Häfen benötigten die Küstenautobahn nicht, denn die Trends für den Jade-Weser-Port wurden aus den Verkehrsströmen dieser Häfen abgeleitet, erläuterte Uwe Schmidt. Auf totales Unverständnis stoße daher auch das massive Auftreten von Vertretern der Logistikbranche (Eurogate und andere) und Hafenwirtschaft bei den bisherigen Veranstaltungen des Vereins Pro A 22, der im wesentlichen von diesen Vertretern und der IHK gesponsert und unterstützt wird. „Diese im Hinblick auf zukünftige Investitionen wichtigen Planungsunterlagen haben die genannten Institutionen offensichtlich nicht gelesen oder sie werden einfach ignoriert“, so Uwe Schmidt.