WESTERLOY - Ein leises Surren lieg in letzter Zeit des Öfteren über Westerloy. Kein Bienenschwarm ist zu erkennen, auch keine fliegende Untertasse. Für viele ist es aber dennoch ein Unbekanntes Fliegendes Objekt, das hoch über dem Ort kreist. Wer aber lange genug sucht, der findet auch den Verantwortlichen. Denn der muss sich im Umkreis von 500 Metern befinden.

Herbert Wilken ist es, der seinen „Oktokopter“ über Westerloy aufsteigen lässt. Das Gerät, das aussieht wie eine Kreuzung aus Krake und Hubschrauber, transportiert einen Akku, der seine acht Motoren und Propeller antreibt. Per GPS kann das Gerät exakt auf der Stelle gehalten werden oder bestimmte Punkte gezielt anfliegen. Und selbst, wenn es einmal hinter Bäumen verschwindet, Wilken weis immer genau, wo es sich gerade herumtreibt. Unter dem Fluggerät sind eine handelsübliche Fotokamera und eine Videokamera angebracht, das Signal geht direkt an einen kleinen Monitor an der Fernsteuerung in Wilken Händen. Damit kann er hochauflösende Bilder und Filme aus schwindelerregender Höhe aufnehmen.

„Der Fotokopter steigt hoch bis auf 350 Meter. Eigentlich könnte er noch höher fliegen, aber ab größeren Höhen braucht man dafür eine Genehmigung“, erklärt der „Pilot“. Schon seit längerem legt der Westerloyer Internetseiten für Betriebe und Privatpersonen an. „Ich wurde immer wieder von Kunden nach Luftaufnahmen gefragt - ein Makler kann damit ja zu Beispiel schön das gesamte Grundstück zeigen, das er anbietet. Als ich im vergangenen Jahr krank zu Haus lag, habe ich mir zum Zeitvertreib einen kleinen Hubschrauber für geschlossene Räume gekauft und damit herumgespielt. Daraus entstand die Idee für den Fotokopter.“

Eine erste Suche im Internet blieb erfolglos, zu hoch waren die Anschaffungskosten. Als der Tierfilmer Benny Rebel wenig später sein Fluggerät zum Kauf anbot, schlug Wilken zu. Seit Dezember vergangenen Jahres übten er und ein Mitstreiter mit eigenem Fluggerät aus Westerstede zunächst in der Westerloyer Turnhalle. „Ich war mir doch recht unsicher, wie kompliziert das Fliegen tatsächlich werden würde. Dort hatte ich das Gerät immer im Blick.“ Im Frühjahr traute er sich dann ins Freie und machte erste Aufnahmen, die auf der Videoplattform Youtube zu sehen sind.

Mit seinem „fliegenden Auge“ möchte Wilken in Zukunft Luftaufnahmen für Unternehmen oder Privatpersonen machen. Außerdem könne das Gerät bei der Personensuche, der Beobachtung von Veranstaltungen oder der Einschätzung von Umweltkatastrophen auch für die Polizei oder Feuerwehr eingesetzt werden. „Der Fotokopter kann sehr viel günstiger und ohne viel Aufwand auch in Innenstädten starten. Und so nah kommt man mit Hubschrauber oder Flugzeug nie an die Fotomotive.“, erklärt er nicht ohne Stolz.


Weitere Bilder vom Gerät und einige Luftaufnahmen hat Herbert Wilken auf seiner Homepage eingestellt

Björn Buske
Björn Buske Online-Redaktion