Westerstede - „Ich bin jede Woche zum Famila-Center gefahren, habe den Eimer mit den Plastikdeckeln geleert, zum Technischen Hilfswerk in Westerstede gebracht und in die Tonne gefüllt“, erzählt Lara. Die Elfjährige ist Beisitzerin im Kinderrat und sammelt seit einem Jahr an verschiedenen Stellen Kunststoffdeckel für die Aktion „Deckel drauf“.
Kinderrat macht mit
Auch ihre siebenjährige Schwester Lea habe sie unterstützt. „Seit 2016 beteiligt sich der Kinderrat der Stadt Westerstede an dem Projekt und hat in Westerstede eifrig gesammelt“, erzählt Kornelia König vom Zentrum für Kinder und Jugend/Jugendpflege der Stadt Westerstede.
Das Projekt sei innerhalb kurzer Zeit so gut angelaufen, dass sich schon schnell die Kooperation mit dem Technischen Hilfswerk (THW) ergeben habe: „Das hat wunderbar funktioniert“, so Kornelia König.
THW unterstützt
„Gerne haben wir die Idee vom Kinderrat aufgenommen. Wir haben Platz auf unserem Gelände und logistische Mittel“, erklärt Frank Bärschneider vom THW Westerstede. Alle seien erfreut über die Begeisterung der Sammlung gewesen, an der sich auch die DRK-Bereitschaft Westerstede beteiligt habe, und jetzt traurig, dass die Aktion „Deckel drauf“ beendet ist. „Aber wir müssen uns den Bestimmungen fügen“, so Bärschneider. Kinderrat und THW freuen sich, dass so viele ihr Engagement unterstützt haben.
Rosemarie Gronostay kann ein enormes Sammelergebnis verzeichnen: Sie hat in den drei Jahren allein rund 81 600 Plastikdeckel gesammelt. „Ich habe überall Ausschau gehalten, auch im Bekanntenkreis. Schade, dass die Aktion vorbei ist, ich hätte es gerne noch weitergemacht“, so die 80-jährige Westerstederin. Doch das Projekt wurde beendet, weil die Preise für Kunststoff eingebrochen sind und man immer weniger Geld für Deckelmassen bekommt. Obendrein hat die Europäische Union verfügt, dass Flaschen und Plastikdeckel künftig verbunden sein müssen.
Helfen ist wichtig
Warum wurden überhaupt Deckel gesammelt? Alle kleinen und großen Sammler eint, dass sie gemeinsam etwas für einen guten Zweck tun möchten. Die Aktion stand unter dem Motto „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“.
Am vergangenen Wochenende war die Bevölkerung zum Endspurt aufgerufen. Am Samstagvormittag konnte man nochmals Plastikdeckel abgegeben – und die wurden reichlich gebracht.
Riesige Menge gesammelt
Insgesamt konnten 12 Big-Bags mit jeweils rund 40 000 Deckel auf einen Transporter verladen und anschließend zu einem Unternehmen der Abfallwirtschaft gefahren werden. Von dem Erlös aus diesen Deckeln können Impfstoffe zum Schutz gegen Kinderlähmung gekauft werden.
