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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Hauptaktionär geht – Krise bei Steinhoff spitzt sich zu

15.12.2017

Westerstede /Amsterdam /Kapstadt Der Möbelkonzern Steinhoff steht nach dem Bilanzskandal weiter unter Druck. Das Unternehmen mit Wurzeln in Westerstede muss seine Geschäftszahlen auch für 2016 korrigieren. Am Abend teilte der Mutterkonzern des Möbelhändlers Poco zudem mit, dass sich Hauptaktionär und Übergangschef Christo Wiese aus dem obersten Führungszirkel zurück zieht.

Die Steinhoff-Aktie begab sich am Donnerstag erneut auf Talfahrt. Das in Johannesburg und in Frankfurt notierte Papier verlor zweistellig. Die im MDax der mittelgroßen Unternehmen notierte Steinhoff-Aktie rutschte am Donnerstag bis zum Ende des regulären Handels um 13 Prozent auf 0,57 Euro ab.

Der Ikea-Rivale hatte am Mittwochabend mitgeteilt, bei der Überprüfung der Finanzkennzahlen für 2017 habe sich gezeigt, dass die gleichen problematischen Bilanzthemen schon 2016 relevant gewesen seien. Deshalb werde der Jahresabschluss 2016 neu aufgestellt. Laut Steinhoff geht es um die „Richtigkeit und Werthaltigkeit“ bestimmter Vermögenswerte im Europa-Geschäft. Poco sieht sich nach eigener Aussage nicht von den Turbulenzen betroffen.

Seit Anfang des Monats war die Steinhoff-Aktie in der Spitze um fast 90 Prozent eingebrochen und zum „Pennystock“ geworden - in der Vorwoche war es für das Papier zeitweise bis auf 0,35 Euro heruntergegangen. Zwischenzeitliche Erholungstendenzen dauerten nur kurz.

Mit dem Rückzug von Christo Wiese sollten mögliche Interessenkonflikte ausgeschlossen werden, hieß es zur Begründung. Er werde dem Unternehmen aber zur Seite stehen, wenn dies nötig sei. Auch sein Sohn Jacob Wiese scheidet aus dem Kontrollgremium aus. Die gelernte Investmentbankerin Heather Sonn, die als unabhängiges Mitglied im Aufsichtsrat sitzt, übernimmt den Vorsitz.

Wiese ist mit rund einem Viertel der Anteile größter Aktionär von Steinhoff, war Aufsichtsratschef und führte seit dem Weggang von Chef Markus Jooste den Konzern übergangsweise. Dies hatte für Kritik gesorgt - der Vorwurf der Interessenverquickung stand im Raum.

Der Steinhoff-Konzern mit niederländischer Rechtsform und operativem Sitz in Südafrika befindet sich seit Anfang Dezember in einer Krise. Es wird wegen Bilanzunregelmäßigkeiten ermittelt, Chef Jooste musste gehen. Die Ratingagentur Moody“s hat die Kreditwürdigkeit von Steinhoff auf Ramschniveau abgestuft.

Um die Nerven der Investoren zu beruhigen, hat Steinhoff bereits Verkäufe von Randbereichen angekündigt, die rund eine Milliarde Euro in die Kasse spülen sollen. Nächste Woche steht ein Treffen mit kreditgebenden Banken an.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Käufe von Steinhoff-Anleihen gestoppt, als die Probleme des Unternehmens bekannt wurden. Das sagte EZB-Präsident Mario Draghi in Frankfurt. Die Zentralbank hielt Ende vergangener Woche eine Anleihe des europäischen Zweigs von Steinhoff mit Fälligkeit im Jahr 2025. Es sei nicht ungewöhnlich, dass es Verluste gebe, sagte Draghi. Zur Höhe machte er keine Angaben. Die Zahlen, die kursierten, seien aber deutlich übertrieben.

Mit welchem Betrag die EZB investiert, ist nicht bekannt. Die Notenbank gibt dies nicht an. Das Volumen der genannten Steinhoff-Anleihe belief sich auf 800 Millionen Euro. Die Regularien der Notenbank sehen vor, dass maximal 70 Prozent einer einzelnen Unternehmensanleihe erworben werden dürfen.

Die EZB kauft monatlich Unternehmens- und Staatsanleihen, um die Inflation im Euroraum anzukurbeln und die Konjunktur anzuschieben.

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