WESTERSTEDE - Wenn Schulabgänger keinen Job finden, dann gibt es für sie trotzdem noch Hoffnung: die Ausbildungsplatzinitiative des Landkreises Ammerland. „Vor elf Jahren haben wir bei einer Bestandsaufnahme gesehen, wie viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz da stehen. Man musste etwas tun. Daraufhin haben wir ein Konzept entwickelt“, erinnert sich Horst Caspers, Leiter des Schul- und Kulturamtes, an die Anfänge. Seither haben die Helfer eine beachtliche Erfolgsbilanz vorzuweisen. Ein regelrechtes Netzwerk wurde aufgebaut, um jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten.

Caspers und seine Mitarbeiter Anke Martin, Birgit Klaassen und Holger Dirks haben auch in diesem Frühjahr wieder ihre Arbeit aufgenommen und in den Schulen um eine Rückmeldung gebeten. „500 Jugendliche waren es diesmal ammerlandweit, die über uns einen Ausbildungsplatz gesucht haben. Das ist etwa ein Viertel aller Schulabgänger“, sagt Caspers. Neben Haupt- und Realschülern gehören auch die Absolventen der Berufsbildenden Schulen Rostrup sowie weiterer Berufsfachschulen zum Klientel. Die Schüler müssten nur einen Vordruck ausfüllen, in dem sie ihren Berufswunsch angeben. Daraufhin würde der Kontakt zu den Verbänden und Firmen geknüpft.

„Die Vorstellungen müssen allerdings realistisch sein und dem Schulabschluss entsprechen“, betont Caspers. Manche Berufe wie beispielsweise im Büro seien sehr begehrt, und deswegen gebe es auch nicht genügend Plätze. Im Handwerk, in der Gastronomie oder im Gartenbau blieben dagegen manchmal sogar offene Stellen unbesetzt.

„Wir telefonieren viel und beraten auch“, beschreibt seine Mitarbeiterin Anke Martin die Arbeitsabläufe im Hintergrund. „Knapp 700 Ausbildungsfirmen haben wir diesmal angeschrieben mit der Bitte, einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen. Von 70 Firmen hatten wir Zusagen, das sind in diesem Jahr besonders viele.“

Immer wieder gleicht das Team ab, ob die Schüler inzwischen bei ihrer Jobsuche erfolgreich waren oder nicht und ob ein Betrieb einen der Bewerber übernommen hat. Für ganz schwierige Fälle wurde das Prinzip der Patenschaften ins Leben gerufen. Bürgermeister, Abgeordnete und Amtsleiter kümmern sich um jeweils einen Schützling und versuchen, ihn zu vermitteln.


Für insgesamt 52 Schulabgänger suchen die Helfer noch händeringend nach Ausbildungsplätzen. Und so hofft das Team darauf, dass sich vielleicht doch noch die eine oder andere Firma bereit erklärt, einen zusätzlichen Ausbildungsplatz zu schaffen.

Manchmal gibt es nach einer erfolgreichen Vermittlung sogar positive Rückmeldungen von Eltern, Firmenchefs oder Jugendlichen. „Dann freuen wir uns besonders. Das ist ein gutes Gefühl, wenn es geklappt hat und wir dazu beitragen konnten“, sagt Anke Martin.