Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Ehrentage Sie wird so alt wie ihr Dorf

Hildburg Lohmüller

Westerstede - Helene Böcker und die Bauerschaft Tarbarg verbindet eine Besonderheit: Beide sind 90 Jahre alt.

1927 besiedelten die ersten Bewohner das Moorgebiet und 1927 – am 17. Dezember: wurde Helene „Leni“ Kuhlmann als zweites Kind ihrer Eltern in Neuenwege geboren. Ein Jahr später zog die Familie nach Tarbarg, dort hatte sie eine landwirtschaftliche Hofstelle gebaut. Fünf weitere Kinder wurden geboren.

Wenige Häuser zu Beginn

Leni Böcker kann sich noch gut an die wenigen Häuser und die ersten Wege im Dorf erinnern. Natürlich ging man zu Fuß nach Halsbek zur Schule: „Mit zwei Jungs aus Tarbarg wurde ich eingeschult“, sagt sie. Im Laufe der Jahre mit der weiteren Besiedlung Tarbargs kamen auch mehr Kinder hinzu. Zur Straßeneinweihung Mitte der 1930er Jahre habe sie Adolf Hitler gesehen, der zu dieser Feierlichkeit gekommen war.

Leni Böcker hatte eine Leidenschaft für das Nähen und traf sich in ihrer Freizeit mit Tarbarger Jugendlichen – dazu gehörte auch Karl Böcker. Gemeinsam ging es dann zum Tanzen nach Halsbek und Eggeloge.

Am 17. Juni 1949 heiratete das Paar. Die Grüne Hochzeit war eine Doppelhochzeit mit ihrem jüngeren Bruder Fritz und Elfriede Kuhlmann.


Mit zwei Gespannen – Federwagen und Pferden – ging es zur Kirche nach Westerstede. „Ganz Tarbarg war eingeladen“, erzählt Leni lachend. Gefeiert wurde bei den Kuhlmanns im Zelt. Dazu gab es selbstgebrannten Schnaps. Das Geschirr für die Feier hatten sich die Familien bei der Jugendherberge Westerstede ausgeliehen. „Handtücher und viele Wasserkessel bekamen wir geschenkt“, erinnert sie sich genau an die Fülle an Geschenken.

Leni und Karl Böcker, der im Jahr 1994 verstarb, betrieben die Landwirtschaft fort. Viele Jahre war die Jubilarin bei Geflügel Claus tätig und auf allen Wochenmärkten dabei. An diese Zeit denkt sie gern zurück. „Es hat viel Spaß gemacht, wir hatten ein sehr schönes Betriebsklima.“

Aktive Freizeit

Doch auch in ihrer Freizeit ist die rüstige Seniorin heute noch sehr aktiv: Kartenclub, Kniffelclub, Teenachmittag, Altennachmittag, Sozialverband (SoVD)-Veranstaltungen, „Claus Hühnertanten-Gruppe“ und viele Besuche im Familien- und Freundeskreis. Bis zu ihrem 85. Lebensjahr war Leni Bröker zudem noch im Kirchenchor Halsbek aktiv – 40 Jahre lang.

„Ich bin sehr dankbar für ein feines Familienleben“, sagt die Jubilarin, die von ihrem Sohn Gerold und Schwiegertochter Gisela umsorgt wird. Ansonsten freut sich Leni Böcker über ihre zwei Kinder, Schwiegerkinder, fünf Enkel- und neun Urenkelkinder.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Kommentar
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump verlässt den Gerichtsaal des Strafgerichts in Manhattan

URTEIL GEGEN DONALD TRUMP Ein vorbestrafter Präsident?

Fridemann Diederichs Büro Berlin
Die Unfallstelle: Am Bahnübergang Liethe erinnerten ein Holzkreuz und Grablichter an das tragische Unglück, bei dem ein 52-jähriger Rasteder ums Leben kam.

NACH TÖDLICHEM BAHNUNFALL IN RASTEDE Anklage erhoben gegen Bahnsicherungsposten

Frank Jacob
Rastede
Klaus-Peter Wolf

KOLUMNE Romanfigur Rupert rettet Leben

Klaus-Peter Wolf
Ostfriesland
Auf dem früheren Real-Gelände in Norden soll ein Edeka-Markt entstehen. Dafür wird das frühere Real-Gebäude zum Teil abgerissen.

BEBAUUNGSPLAN IN ABSTIMMUNG Edeka-Neubau in Norden verzögert sich erneut um Monate

Aike Sebastian Ruhr
Norden
Völlig zerstört: Die Aufnahme aus dem Jahr 1986 zeigt die   St. Georgen Kirche, dahinter die Wallgärten (Kuhweide)- und die Wohnblöcke vom Friedenshof .

KIRCHE ST. GEORGEN VOR ABRISS GERETTET Oldenburg und das Wunder von Wismar

Thomas Husmann
Oldenburg