WESTERSTEDE - „Rohrpost“ – der Begriff klingt eher antiquiert, die Technik dahinter aber ist hochaktuell. Und das zeigen u. a. die Produkte der Westersteder „Swisslog Rohrpostsysteme GmbH“ am Hansacker, die seit 1977 erfolgreich im Markt ist und mit einer Jubiläumsfeier „am 07.07.07 um 07.07 Uhr (abends)“ zusammen mit weltweiten Partnern und mehr als 60 Mitarbeitern ihr 30-jähriges Bestehen feiern will.

Die Swisslog Rohrpostsyteme GmbH fertigt und vertreibt Anlagen, die mit dem vor 150 Jahren im Berliner Postverteil-Netz erstmals benutzten nur noch den Namen gemein haben. Es sind Systeme, die Büchsen bis zum Durchmesser von 20 Zentimetern durch die Rohre „schießen“, von Personal-Computern (und längst nicht mehr von Relais-Technik) gesteuert werden und über den früher üblichen Beleg-/Dokumententransport hinaus längst auch dem firmeninternen Materialversand dienen. Die renommierte Meyer-Werft beispielsweise schickt in Swisslog-Systemen aus Westerstede bis zu fünf Kilogramm schwere Werkstücke über das Werftgelände.

„Rohrposttechnik hat vor etwa zehn Jahren eine Renaissance erlebt und ist heute so aktuell wie eh und je“, sagt Sabine Schünemann, Prokuristin bei der „Swisslog“. Sie hat die Entwicklung der Firma begleitet, die zu Niederlassungen und Partnerfirmen weltweit geführt hat und dem Westersteder Unternehmen u. a. eine starke Marktstellung im Bereich der Medizin gebracht hat.

Bei Krankenhäusern und Apotheken hat die Firma folgerichtig einen Schwerpunkt; Swisslog-Systeme transportieren beispielsweise Gewebeproben aus dem Operationssaal direkt ins Untersuchungslabor und reduzieren dabei – materialschonend – die übliche Geschwindigkeit von sechs bis acht Metern/Sekunde auf zwei bis drei Meter. Und in Krankenhaus-Apotheken arbeiten „Kommissionier-Automaten“ von Swisslog, die computergesteuert jedem Patienten die täglichen Medikamente zuordnen und Fehlmedikation verhindern. Rund 60 Prozent des Umsatzes macht die Swisslog in diesem Marktsegment – etwas mehr als die Hälfte davon im Ausland. Zurzeit stehen die Golf-Staaten verstärkt im Fokus des Westersteder Unternehmens.

Auch der Einzelhandel nutzt Rohrpostsysteme aus Westerstede; er verwendet die Rohrpost u. a. zum Bargeld-Transport zwischen Kassen und Tresor. Und wiederum für den Krankenhaus-Bereich liefert die Swisslog-Gruppe aus dem Sortiment der Schweizer „Mutter“ fahrerlose Transportsysteme für Steril-Güter, Wäsche und Speisen und schienengebundene Systeme für Patienten-Akten.


Obwohl es bei weiterer Expansion am Hansacker etwas eng werden könnte für die „Swisslog Rohrpostssysteme Westerstede“, hegt die Geschäftsleitung um Geschäftsführer Jens Ewertowski und Sabine Schünemann aktuell keine Umzugspläne. Das Ammerland sei ein „attraktiver Wohn- und Arbeitsplatz“, sagt Schünemann, es verfüge mit der direkten Autobahn-Anbindung über gute Verkehrsbedingungen und sei schließlich auch die Heimat einer hochmotivierten und qualifizierten Belegschaft mit einer Durchschnitts-Betriebszugehörigkeit von 15 Jahren.

Da lässt Schünemann denn auch keinen Zweifel: „Wir bleiben der Region treu.“