Westerstede/Hannover - Die Planung für die Küstenautobahn 20 zwischen Westerstede und Jaderberg ist gehörig ins Stocken geraten. Ein mündlicher Verhandlungstermin am 10. September vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das über Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss entscheiden sollte, ist abgesagt. Eine Gerichtsentscheidung für die Planer und gegen die Kläger hätte den Baubeginn im Ammerland noch in diesem Herbst bedeutet. Der wird nun vorerst nicht erfolgen.

Hierlang soll die Küstenautobahn 20 verlaufen.

Hintergrund des Rückziehers der Autobahnplaner ist eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zur Heideautobahn 39. Die Richter in Leipzig hatten den Bau zwar grundsätzlich für rechtens gehalten, den Weiterbau aber wegen wasserrechtlicher Bedenken untersagt.

Die Planer der A 20 wollen nun wegen der Wasserrahmenrichtlinie nachbessern. „Die Gegenpartei hat das zurückgezogen wegen der A 39“, sagte der Sprecher des Schutz- und Klagefonds gegen die Küstenautobahn, Georg Plate, der Privatleute und den Bund für Umwelt und Naturschutz bei den Klagen gegen die Küstenautobahn unterstützt.

Die Folge des Rückziehers: Das Planfeststellungsverfahren muss neu erfolgen. „Das kann schnell gehen oder auch länger dauern. Wir sehen das natürlich als Bestätigung für unsere Argumente“, sagt Plate. So sieht es auch einer der privaten Kläger aus dem Ammerland, der seine Befürchtungen wegen des moorigen Untergrunds der A 20-Trasse bestätigt sieht.

Wenig Begeisterung im niedersächsischen Verkehrsministerium: „Um Verzögerungen zu vermeiden, läuft aktuell ein Änderungsverfahren, um den Erkenntnissen aus dem Parallelverfahren der A 39 zu entsprechen. Die neuen Unterlagen werden also an die geänderte Rechtsprechung angepasst. Diese werden dann bei den Gemeinden ausgelegt“, sagte ein Sprecher am Freitag.