Westerstede - „Geduld ist für Integration wichtig, sowas passiert nicht in zwei bis drei Jahren“, sagt Pado Ahlers, der als überbetrieblicher Integrationsmoderator beim Bildungs- und Technologiezentrum Deula in Westerstede arbeitet. Gemeinsam mit Rainer Krause, der Integrationsmoderator beim gemeinnützigen Oldenburger Verein Proconnect ist, kümmert er sich um Integration im Ammerland.

Wie es die Bezeichnung schon sagt, sind sie Moderatoren und vermitteln zwischen Unternehmen und Geflüchteten. Sie wollen Flüchtlinge in die Unternehmen integrieren. „Wir beschäftigen uns erst einmal mit den Unternehmen, die beispielsweise Praktikums- oder Ausbildungsplätze zu vergeben haben und versuchen jemand passenden für die Stellen zu finden“, erklärt Pado Ahlers.

„Unser Ziel ist es, Herausforderungen bei der Einstellung eines Geflüchteten zu erkennen, Fragen zu klären und gemeinsam Lösungen zu finden“, so Ahlers. Integration bedeute nicht nur die Arbeit mit den zu Integrierenden, sondern auch mit einem zukünftigen Arbeitgeber, sagt Rainer Krause. Fragen der Unternehmen und der Mitarbeiter betreffen beispielsweise den Aufenthaltsstatus, Sprachkenntnisse oder deren Mobilität.

Auf der anderen Seite sei es wichtig, den Geflüchteten die deutsche Arbeitsmoral und Kultur näher zu bringen. „Gerne möchten wir ihnen Ausbildungsplätze sichern, das ist ein Konzept, das sie meistens gar nicht kennen“, erklärt Integrationsmoderator Ahlers. Die Geflüchteten kommen z.B. aus Syrien, Afghanistan, Irak, Iran oder aus afrikanischen Ländern. Für das deutsche Ausbildungssystem müsse zuerst ein Verständnis geweckt werden. Integration funktioniere durch Bildung und Ausbildung, weiß Jan Eyting, Geschäftsführer der Deula.

„Wir machen die Erfahrung, dass sie unbedingt arbeiten wollen und sich auch mit Jobs unterhalb ihres Könnens zufrieden geben“, weiß Rainer Krause. Dabei könne der Fachkräftemangel durch Flüchtlinge ausgeglichen werden, sagt Jan Eyting. „Vor allem Berufe, die deutsche Arbeitnehmer nicht ausüben möchten oder Stellen, die nicht besetzt werden können, sind für Flüchtlinge ideal“, weiß Pado Ahlers. Es gebe jedoch ein Problem: „Oft bekommen sie Praktikantenjobs und werden nicht übernommen, z.B. im Handwerk oder in der Pflege. Ihnen wird keine Perspektive in Aussicht gestellt", sagt der Integrationsmoderator.


Das Projekt beschäftigt derzeit 24 Integrationsmoderatoren und wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr finanziert. Im Zeitraum von zwei Jahren sollen sie sich im Ammerland darum kümmern, dass Unternehmen informiert und Flüchtlinge an passende Jobs vermittelt werden.