WESTERSTEDE - Weil er verschiedenen Frauen in Westerstede nachstellt und deren Autos zerstört, muss ein 36 Jahre alter Mann aus Westerstede eine Geldstrafe von 330 Euro zahlen. Ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichtes in Westerstede ist am Mittwoch vom Oldenburger Landgericht bestätigt worden. Den Feststellungen zufolge ist der Angeklagte nicht zu stoppen, wenn es darum geht, seiner Ex-Lebensgefährtin sowie deren Freundinnen das Leben schwer zu machen.
Immer wieder hält er sich nach Überzeugung der Gerichte in der Nähe der Frauen auf, um sie auf das Übelste zu beleidigen. In einer Handynachricht hatte er damit gedroht, Nacktfotos seiner Ex-Freundin im Internet zu verbreiten. Die Frauen fanden keine Ruhe mehr. Bereits im Sommer 2011 hatte das Familiengericht dem Angeklagten nach dem Gewaltschutzgesetz verboten, sich den Frauen zu nähern. Doch der 36-Jährige hielt sich nicht daran.
Das Gericht war davon überzeugt, dass er sich am 15. November vergangenen Jahres vor dem Haus seiner Ex-Freundin aufgehalten hat, um an deren Auto die Luft aus den Reifen zu lassen. Der Angeklagte bestreitet das allerdings. Von seinen Eltern und Freunden war ihm ein Alibi gegeben worden. Der 36-Jährige sei zur Tatzeit zu Hause gewesen, erklärten die Zeugen. Sie müssen nun allesamt mit einem Verfahren wegen des Verdachts der Falschaussage rechnen.
Die Verteidigung, die schon die Richterin am Westersteder Amtsgericht für befangen gehalten hatte, hat noch ein weiteres Problem. In der Verfügung des Familiengerichtes nach dem Gewaltschutzgesetz war die Längenmaßeinheit vergessen worden. Dort steht, dass sich der Angeklagte bis auf 200 den Frauen nicht nähern darf. Damit könnten ja auch 200 Kilometer gemeint sein, meint die Verteidigung. Im schlimmsten Fall aber auch 200 Millimeter, meinte der Staatsanwalt. Es ist nun damit zu rechnen, dass die Verteidigung in Revision geht, um unter anderem das Längenmaß zu klären.
