WESTERSTEDE - „Wenn ich Kühe auf der Weide sehe, dann leuchten meine Augen“, sagt Joe Borgerding, USA, im Vorfeld der Diskussionsveranstaltung „Wachsen und Weichen – Auslaufmodell industrielle Landwirtschaft“ im Westersteder Hotel Sonnenhof. Der Milchbauer aus Minnesota war noch nie mehr als zwei Wochen von seiner 400 Hektar großen Farm und seinen 160 Kühen getrennt. Um auf die Missstände in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen und auf politischer Ebene etwas zu bewirken, nimmt er die Entfernung zu seiner Heimat allerdings gerne in Kauf.

Joe Borgerding und Hellen Yego, Bäuerin aus Kenia, sind zusammen mit der ostfriesischen Milchbäuerin Karin Mansholt in Belgien und Deutschland unterwegs, um sich für eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik einzusetzen. Sie kommen von drei verschiedenen Kontinenten, haben drei verschiedene Perspektiven, doch eint sie ein gemeinsames Ziel: Am Beispiel ihrer Milchbetriebe zu verdeutlichen, dass ein Systemwechsel in der Lebensmittel- und Landwirtschaftspolitik unerlässlich ist. In Westerstede wurde die ostfriesische Bäuerin ausnahmsweise von Johanna Böse-Hartje aus Verden vertreten.

Die Speakers-Tour wird gemeinsam mit Misereor und dem ARC2020 (Agricultural and Rural Convention) organisiert und durchgeführt.