Westerstede - Dieses Auslauf-Modell hat Zukunft: Rund um das Thema Weidehaltung drehte sich das Treffen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) am vergangenen Sonntag. Der Landesverband Niedersachsen/Bremen hatte zur jährlichen Herbsttagung eingeladen. Dazu kamen Teilnehmer aus der gesamten norddeutschen Region zusammen.

Veranstaltungsort war die Gaststätte „Ostfriesischer Hof“ in Moorburg. Ottmar Ilch­mann, Milchbauer aus Ostfriesland und Landesvorsitzender der AbL, moderierte die Tagung unter dem Thema „Weidehaltung – das Auslauf-Modell mit Zukunft“.

Als Auftakt der Veranstaltung beleuchteten am Vormittag hochkarätige und bekannte Referenten verschiedene Aspekte der Weidehaltung. Über „Erfolgreiche Weidehaltung mit Milchkühen und Nachzucht“ sprach Edmund Leisen, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Professor Onno Poppinga referierte zum Thema „Milch aus Klee und Gras – wie ist es da mit der Wirtschaftlichkeit?“. Kirsten Wosnitza vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) Schleswig-Holstein referierte über „Weidehaltung – Potential und Grenzen der modernen Milchkuh“. Der Biomilcherzeuger Guido Holtheide sprach über die „Umstellung eines Milchviehbetriebes auf ökologischen Landbau – Gründe, Voraussetzungen, Herausforderungen“.

Im zweiten Teil der Herbsttagung stand die Podiumsdiskussion im Vordergrund. Zum Thema „Weidehaltung – gesellschaftlich gewünscht und wirtschaftlich erfolgreich“ äußersten sich unter anderen Heinrich Daseking, vom Landwirtschaftsministerium Niedersachsen, SPD-Landtagsabgeordnete und agrarpolitische Sprecherin Karin Logemann sowie Ralf Hinrichs, Geschäftsführer der Molkerei Ammerland.

Wie Ottmar Ilchmann erläuterte, gerate die erfolgreiche Milcherzeugung mit Weidehaltung gegenüber der intensiveren Stallhaltung wirtschaftlich unter Druck, obwohl die Weidehaltung wertvolles Dauergrünland erhalte, die Artenvielfalt erhöhe, zum Erhalt des Landschaftsbildes beitrage und den natürlichen Bedürfnissen von Rindern, Schafen und Ziegen am nächsten komme.


Die Ammerländer Molkerei mache sich für die Vermarktung von Weidemilch stark, so Ralf Hinrichs. Für 2019 peile man an, 800 Landwirte in den zehn Landkreisen, die das Unternehmen beliefern, an dieses Programm der Weidehaltung zu binden und so 800 Millionen Liter Milch zu vermarkten. Karin Logemann betonte, dass Landwirte hochwertige Lebensmittel erzeugen, ein Großteil der Konsumenten dies aber leider nicht entlohnen würden. Das Tierwohl und die Produktion von Lebensmitteln müsse man im Blick behalten.

„Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass Weidehaltung für Nachhaltigkeit, Bauernwohl und gesellschaftliche Akzeptanz sorgt“, machte sich Peter Habbena für die Weidehaltung und mehr Qualität statt Quantität stark.

Das nächste Treffen der AbL, Kreisgruppe Ammerland-Ostfriesland, findet am kommenden Montag, 19. November, um 20 Uhr im Jaspershof Westerstede statt. Gäste sind willkommen