WESTERSTEDE - Eine der größten Übernahmen in der Wirtschaft des Nordwestens bahnt sich an: Die Steinhoff-Gruppe (Stammsitz in Westerstede) will über die südafrikanische Holding Steinhoff International den Möbel-Händler Conforama vom französischen Luxusgüter- und Sportkonzern PPR übernehmen.

Wie Steinhoff und der Puma-Mutterkonzern PPR am Donnerstag mitteilten, gebe es mittlerweile exklusive Verhandlungen zwischen beiden Seiten. Für 100 Prozent der Anteile seien 1,2 Milliarden Euro in bar angedacht. Branchenkreise zufolge könnte inklusive einer Rückzahlung von Conforama an PPR der Gesamtpreis bei 1,6 Milliarden Euro liegen. Der Barkaufpreis solle „durch einen geeigneten Mix aus verfügbaren Barresourcen, Fremd- und Eigenkapital“ finanziert werden, hieß es weiter.

„Wenn diese Transaktion abgeschlossen wird, ermöglicht sie uns, unsere Position als einer der führenden inte-grierten europäischen Anbieter von Möbeln und Haushaltsgegenständen zu stärken, denn sie gewährt uns Zugang zu Schlüsselmärkten wie Frankreich“, sagte Steinhoff-International-Chef Markus Jooste.

Die Übernahme soll in den nächsten Wochen abgeschlossen werden. Widerstand ist nicht zu erwarten, da zahlreiche Steinhoff-Aktionäre sich bereits für die Übernahme ausgesprochen hätten, hieß es weiter.

Conforama ist nach eigenen Angaben der zweitgrößte Einzelhändler im Bereich Möbel und Haushaltsgegenstände in Frankreich. Das Unternehmen betreibt mit 13 400 Mitarbeitern ein Netzwerk von 241 Läden, 190 davon in Frankreich. Conforama gehört seit 1991 zum Mischkonzern PPR (u.a. Puma und Gucci).


Steinhoff, an der Börse in Johannesburg gelistet, kam im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr auf einen Umsatz von 4,5 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 45 000 Mitarbeiter.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft