Westerstede/Oldenburg - Große Überraschung im regionalen Genossenschaftsbanken-Sektor: Die Raiffeisenbank Oldenburg und die Volksbank Westerstede werden sich nun doch nicht wie einst geplant zusammenschließen. „Die weiteren Fusionsverhandlungen wurden jetzt eingestellt“, teilte die Raiffeisenbank Oldenburg am Montag mit. Im Februar war ein Fusionsvorhaben angekündigt worden.
„Die bereits gestartete Projektarbeit hat in einigen wenigen, jedoch relevanten Punkten gezeigt, dass es aktuell nicht gelingt, ein gemeinsames Zielbild zu erarbeiten“, heißt es in der Mitteilung. „Aus diesem Grund haben sich beide Banken darauf verständigt, das Projekt zur Verschmelzung im Jahr 2019 zum aktuellen Zeitpunkt nicht fortzuführen.“
Artikel vom 23. Februar 2018: Volksbank Westerstede und Raiffeisenbank Oldenburg wollen fusionieren
Alle vier Vorstände seien sich einig, dass die Zusammenarbeit der beiden Häuser aufrechterhalten werden solle. Jedoch würden sich beide Banken nach dieser Entscheidung wieder verstärkt auf ihre jeweiligen Chancen und Herausforderungen konzentrieren.
Ein Zusammengehen der beiden Institute erschien schon geografisch naheliegend: Die Raiffeisenbank Oldenburg ist auch im Ammerland tätig. Es gab bereits eine Absichtserklärung. Angepeilt wurde der 1. Januar 2019.
Seit vielen Jahren schließen sich in der Region weitere Genossenschaftsbanken zusammen. Als Hintergründe gelten gemeinsame Größenvorteile, zunehmende Belastungen durch Regulatorik und das ungünstige Zinsumfeld.
Die Raiffeisenbank Oldenburg (Bilanzsumme etwa 636 Millionen Euro) hat nach letzten Angaben etwa 33 000 Kunden. Die Volksbank Westerstede (rund 326 Millionen Euro) hat ca. 12 000 Kunden. Gemeinsam hätte man eine Größe erreicht, die nach Experteneinschätzungen auch mittelfristig als ausreichend angesehen wird.

