WESTERSTEDE - Für Schulbusse gelten auch im Ammerland Sonderregeln. Die meisten Fahrzeuge haben keine Sicherheitsgurte. Stehplätze auf dem Weg zum Unterricht sind erlaubt.

Von Heiner Otto

WESTERSTEDE - Nach zwei Verkehrsunfällen in Tarbarg und Gristede, an denen, wie berichtet, Schulbusse beteiligt waren, hat die Diskussion in Elternkreisen über nicht angeschnallte Kinder wieder neue Nahrung erhalten. „Die meisten Fahrzeuge, die im Schulbusverkehr eingesetzt sind, verfügen meines Wissens nach nicht über Sicherheitsgurte“, bestätigte gestern auf Anfrage der Leiter des Kreisschulamtes, Horst Caspers.

Hinzu kommt, dass auf einigen Linien die Kinder und Jugendlichen stehen müssen. Selbst auf Autobahnen müssen Kinder in Schulbussen nicht sitzen. „Die Busfahrer dürfen nach den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung nicht schneller als 60 Stundenkilometer fahren, wenn auch nur ein Stehplatz besetzt ist“, warnte Caspers vor zu großer Eile im Schulbusverkehr. Wenn Verstöße gemeldet würden, gingen die sofort weiter an die Polizei.

Für recht risikoreich hält auch die schulpolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion, Maria Bruns, Bad Zwischenahn, manche Situation in Schulbussen. „Die Kinder sitzen nicht immer auf ihren Plätzen, andere stehen oder laufen während der Fahrt im Bus herum, weil keine Sitzplätze mehr frei sind. Nicht auszudenken, was zum Beispiel bei einer Vollbremsung passieren könnte“, sagte Maria Bruns gestern.

Eine Lösung für mehr Sicherheit in Ammerländer Schulbussen scheint unterdessen nicht in Sicht zu sein – in erster Linie aus finanziellen Gründen. Schon heute wendet der Landkreis rund fünf Millionen Euro pro Jahr für den Schülertransport auf. „Da geht einfach nicht mehr. Vielleicht sollte man einmal erfragen, ob möglicherweise Eltern bereit wären, sich an den Kosten für Gurte im Bus zu beteiligen“, schlug Maria Bruns vor.