Westerstede - Die Lebensbedingungen für Menschen in ärmeren Ländern zu verbessern, dazu wollen die Ehrenamtlichen vom Eine-Welt-Verein „Äquator“ einen kleinen Beitrag leisten. Hier im Geschäft an der Peterstraße 8 finden die Kunden jede Menge fair gehandelte Produkte – von Lebensmitteln über Kunsthandwerk bis hin zu Accessoires. Am heutigen Weltladentag können sich Interessierte gezielt über die Arbeit des Vereins informieren. Zudem solle auf die Bedeutung des fairen Handels hingewiesen werden, erklärt Koordinatorin Lisa Klarmann. So werden Biotee und -kaffee ausgeschenkt und eine Unterschriftenaktion vorbereitet. Sie hat das Ziel, Menschen- und Arbeitsrechte weltweit verbindlich zu schützen.
Gegründet wurde der Weltladen-Dachverband 1975 als Interessenvertretung der Weltläden. Dort werden Produkte des fairen Handels verkauft. Zudem setzen sich die Mitglieder mit Informations- und Bildungsarbeit sowie Kampagnen für mehr Gerechtigkeit im Welthandel ein.
Der Eine-Welt-Laden in Westerstede wurde vor rund 22 Jahren an der Langen Straße eröffnet. Heute befindet sich das Geschäft an der Peterstraße 8. Geöffnet ist es montags bis freitags, 9 bis 12.30 und 14.30 bis 18 Uhr, sowie samstags, 10 bis 13 Uhr.
Dem Verein gehören rund 65 Mitglieder an, mehr als 20 davon beteiligen sich am Ladendienst. Freuen würden sich die Ehrenamtlichen über weitere Unterstützung.
Kann man als Kunde denn sicher sein, dass alle Produkte, die sich in den Regalen finden, unter fairen Bedingungen hergestellt sind und davon die Armen profitieren? „Ja, bei unseren Importeuren können wir sicher sein“, sagt Ernst-Dieter Kirchhoff, der zu den Gründungsmitgliedern des Eine-Welt-Ladens vor rund 22 Jahren gehört. So fänden sich auf allen Waren entsprechende Siegel. Bei „fairtrade“ beispielsweise würden die Produktionsbedingungen sogar noch einmal durch eine unabhängige internationale Organisation überprüft.
Darüber hinaus kümmerten sich die Vereinsmitglieder auch gezielt um einzelne Projekte. Über persönliche Kontakte sei sichergestellt, dass die Hilfe auch ankomme. Zu diesen besonderen Projekten gehöre beispielsweise die Unterstützung von Leprakranken in Nepal, von Straßenkindern in Madagaskar, einem Aidshospital in Tansania, einem Umweltschutzprojekt in der Sahelzone oder einigen Schulpatenschaften in Schwarzafrika.
Wenn sich die Kunden auf Entdeckungsreise durch das Warenangebot begeben, stoßen sie auf viele individuelle Produkte. So entstehen in Rehabilitationswerkstätten in Nepal Grußkarten aus handgeschöpftem Papier mit der Westersteder St.-Petri-Kirche darauf. Andere Karten sind liebevoll mit Motiven in Kreuzstich bestickt. Hier gibt es Kontakte zu einem Ehepaar in Varel, das mit dem Vertrieb Frauen in Indien unterstützt, die von ihren Familien verstoßen wurden.
Hinter jeder Ware steckt eine Geschichte, wissen die rund 20 ehrenamtlichen Verkäufer. Erzählen können sie auch etwas über Wertschöpfung anhand einer in Ghana produzierten Schokolade. Statt Rohstoffe zu exportieren, sollen die Bauern vor Ort vom Verkauf des Endprodukts profitieren. Denn normalerweise bleiben nur sechs Prozent des Erlöses in Afrika, der Rest verteilt sich auf Industrie (70 Prozent), Zwischenhandel (7 Prozent) und Einzelhandel (17 Prozent), erläutert das Jungunternehmen „fariafric“ und vertreibt zu 100 Prozent vor Ort produzierte Schokolade. Seit einem Jahr ist die im Sortiment des Eine-Welt-Ladens in Westerstede zu finden. Alle Produkte seien qualitativ hochwertig und schadstofffrei, versichert Lisa Klarmann. Nicht nur die Lebensmittel, auch Schals und Produkte aus Leder beispielsweise würden regelmäßig von hiesigen Prüfern getestet.
Wer mehr über den Eine-Welt-Laden und das Thema „fairer Handel“ erfahren möchte, hat dazu an diesem Samstag Gelegenheit. Auch sonst geben die Mitarbeiter gerne Auskunft.
