Wildeshausen - Ohne den Bau einer Entlastungsstraße zwischen der Ahlhorner Straße und der Visbeker Straße droht auf dem Wildeshauser Westring ein Verkehrskollaps. Nach den Prognosen der Verkehrsgutachter steigt bis zum Jahr 2025 die Zahl der Fahrzeuge auf dem Westring um täglich etwa 2000 an.

Im Zusammenhang mit den Beratungen über den Bebauungsplan 54.1 „Vor Barg­loy“ (Teil B) hatte sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt auch mit der Verkehrsbelastung im Westen der Kreisstadt zu befassen. Wie Verkehrsplaner Günter Knoche von der Ingenieurgemeinschaft Dr. Schubert (Hannover) erläuterte, habe das gesamte Gebiet in den vergangenen zehn Jahren einen Zuwachs von gut 15 Prozent erfahren. Derzeit fahren täglich 14 000 Fahrzeuge über den Nord- und Westring, darunter rund 2000 Lkw. Bei der letzten Untersuchung im Jahr 2000 war eine Steigerung um 17 Prozent bis zum Jahr 2015 prognostiziert worden.

Auf dem Bargloyer Weg würden heute rund 700 Fahrten täglich gezählt. Über diese Straße soll aber das neue Baugebiet mit 335 Wohneinheiten erschlossen werden. „Wir haben mit einem enormen Verkehrszuwachs zu rechnen“, so der Planer – auch unter Hinweis auf den wachsenden Verkehr in den Gewerbegebieten parallel zur Düngstruper Straße. Bis zum Jahr 2025 werde das Baugebiet im Bereich der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (StEM) wohl weitgehend fertig sein. Knoche hat errechnet, dass der Bargloyer Weg dann wohl täglich rund 2000 Fahrten schlucken muss. „In zehn Jahren wären auch die Knotenpunkte entlang des Westrings nicht mehr leistungsfähig“, mahnte er eine rechtzeitige Weichenstellung an. Schon heute hätten die Knotenpunkte am Westring die zweitschlechteste „Qualitätsstufe E“.

Sollte die Entlastungsstraße westlich des Westrings gebaut werden, müsste sie täglich rund 4000 Fahrten aufnehmen. Die Belastung des Westrings würde lediglich um 2000 bis 3000 Fahrzeuge täglich sinken.

In der Debatte um den Bebauungsplan selbst sprach Artur Gabriel (CDU) die geplanten Mehrfamilienhäuser südlich des Hofes von Alfred Gier an. Er fürchte, dass diese „zu massiv“ erscheinen würden. Planer Eckhart Mumm zerstreute die Bedenken unter Hinweis auf den Höhenunterschied. Auch Traute Sandkuhl (Grüne) wies darauf hin, dass Wildeshausen dringend bezahlbare Wohnungen in Mehrfamilienhäusern benötige. Hermann Hitz (UWG) fragte vor allem nach dem Schallschutz. Außerdem monierte er, dass Straßenbäume nicht im Plan verzeichnet seien.


Insgesamt soll mit dem B-Plan 54.1 eine Fläche von gut 18 Hektar erschlossen werden. Maßgebliche Einwendungen kommen von Landwirt Alfred Gier, dessen Hof im Norden des Gebiets liegt. Sein Rechtsvertreter weist auf die Geruchsemissionen aus der Schweinehaltung hin. Der Mindestabstand von 250 Metern zur Wohnbebauung werde größtenteils unterschritten. Stadtplaner Ulrich Fortmann kündigte für das Frühjahr ein weiteres Gespräch mit Gier an. Er wolle die Stallanlagen nach Thölstedt verlegen.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent