WIARDEN - Seit 1980 gibt es den Verpflegungszug im Katastrophenschutz des Landkreises Friesland. Auslöser für die Gründung war 1978 der große Brand in der Lüneburger Heide/Celle. Danach entschied das Land, dass alle Kreise eine Bereitschaft aufstellen müssten. Dabei sollte neben der aktiven Bereitschaft eine selbstständige taktische Verpflegungseinheit geschaffen werden, die bei Großeinsätzen mehrere 100 Leute verpflegen konnte.

„Die Wahl fiel damals auf die Wehr Waddewarden“, erinnern sich die verantwortlichen Köche, Dieter Könitz und Reinhard Eggers aus Wiarden. Der damalige Ortsbrandmeister Helmer Gerdes machte sich aber dafür stark, dass die Wehr in Wiarden ebenfalls beteiligt wurde. Waddewarden sollte für Treibstoff und Küchenunterstützung sorgen, Wiarden für die Verpflegung. Später übernahm die Wehr Garms diese Aufgabe, doch schließlich fiel auch sie an die Wiarder Kameraden.

1979 begannen die Planungen. 1980 war der erste Küchenzug aus Bundeswehrbeständen einsatzbereit. Er bestand aus einer Feldküche mit einem 200-Liter-Kessel, der mit Diesel befeuert wurde. Hinzu kam ein Anhänger mit zwei Kesseln von 80 und 120 Litern und einer großen Pfanne. „Mit dieser Ausrüstung konnten bis zu 1000 Leute versorgt werden“, berichtet der heutige Ortsbrandmeister Könitz über seine Erfahrungen. Er stieß 1980 zur Wiarder Wehr und übernahm den Verpflegungszug, denn er hatte bei der Bundeswehr Koch gelernt.

1983 kam die Feuertaufe für den Zug. Etwa 1000 Leute mussten bei einem Jugendzeltlager der Feuerwehr in Hooksiel verköstigt werden. „Zu Anfang gab es nur Gulasch oder Suppe – inzwischen ist die Angebotspalette schon etwas größer geworden“, sagt Könitz. Auch die Hilfe aus dem Umfeld der Wehr war groß. So haben die Frauen die Kartoffeln geschält und Rudi Harms sorgte für das Gemüse.

1985 kam Reinhard Eggers zum Verpflegungszug. Für Könitz waren die Einsätze doch sehr stressig geworden. Sechs bis acht Mal war die Versorgungseinheit im Sommer an den Wochenenden im Einsatz. Seither sind Eggers und Könitz die „Aushängeschilder“ des Verpflegungszugs und bürgen für beste und schmackhafte Versorgung. „Wir haben immer gute Resonanz bei den Einsätzen“, freuen sich Könitz und Eggers.


Als die Küche erneuert werden musste, sorgte der damalige Kreisbrandmeister Gerd Junker für einen Container, der in der FTZ in Jever mit einer kompletten Küche ausgestattet und 1994 feierlich einweiht wurde. Später kam noch ein Anhänger dazu. Der war mit drei Küchenzelten, Schlafsäcken, Warmhaltebecken sowie Wasser und Gas ausgestattet.

„Wir sind heute in zwei Stunden einsatzbereit“, sagt Könitz. Größte Herausforderung in der letzten Zeit war die Verpflegung von 1200 Personen bei den Feiern zum 125-jährigen Jubiläum des Oldenburgischen Feuerwehrverbands in Varel. „Da sind wir wirklich an unsere Grenzen gestoßen“, weiß Eggers noch genau.

Für 200 bis 300 Personen können die 16 Aktiven der Wehr ein Menü zaubern. Von diesen Feuerwehrmännern ist immer ein Teil bei Einsätzen dabei. Stolz sind die beiden Köche auf den hohen Stellenwert bei der Kreisfeuerwehr und darauf, „dass kein Katastrophenzug im Oldenburger Land so ausgestattet ist wie der der Kreisbereitschaft Friesland“.

Für die Zukunft haben sich die beiden Kochexperten das Ziel gesetzt, jüngere Leute an die Kochtöpfe heranzuführen, damit der Verpflegungszug Wiarden auch weiterhin Bestand hat.