Edewecht - „Die Idee, sich selbstständig zu machen, spukte schon länger in unseren Köpfen herum“, sagt Sandra Bakenhus. „Im vergangenen Jahr hat sich das Ganze verfestigt und am 1. Oktober 2012 war es dann soweit: Claudia Roßkamp und ich eröffneten den Wichtelgarten.“

„Wichtelgarten“ – so heißt die private Kinderkrippe, die die beiden langjährigen Erzieherinnen an der Bahnhofstraße 10 in Edewecht betreiben. Ein Jahr lang hatten die beiden Freundinnen, die selbst Mütter sind, hin- und herüberlegt, ob sie ihre Stellen im Kindergarten aufgeben wollten, um den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen.

„Die Bedingungen für eine private Kinderkrippe sind gerade in Edewecht gut“, ist sich die Petersfehnerin Sandra Bakenhus sicher. Die Gemeinde habe zwei Krippen in Edewecht und Friedrichsfehn mit jeweils 30 Plätzen und Tageseltern gäbe es zudem. Edewecht sei eine junge Gemeinde, in der viele Familien lebten. Die Nachfrage nach Betreuungsangeboten und insbesondere auch nach Krippenplätzen sei auch deshalb vorhanden, weil viele Väter und viele Mütter berufstätig seien. Ihre Freundin und sie, so Sandra Bakenhus weiter, seien überzeugt, dass es in Edewecht Interesse an einer „privaten Kinderkrippe mit familiärer Atmosphäre“ gäbe.

Bis zu zehn Kleinkinder will das Duo betreuen, das für Urlaubs- und Krankheitsfälle eine Vertretungskraft hat. Sieben Mädchen und Jungen zwischen einem halben Jahr und drei Jahren hätten Eltern zum Krippenstart bereits angemeldet, und das, obwohl die beiden Erzieherinnen für ihr Projekt kaum geworben hatten.

Derzeit werden die Kleinkinder in dem zur Krippe umgestalteten, großzügigen Einfamilienhaus montags bis freitags von 7.30 bis 13.30 Uhr betreut. „Wir würden gern auch eine Nachmittagsbetreuung für Kleinkinder anbieten, dazu benötigen wir allerdings noch eine weitere Kollegin, die sich um die Nachmittagsbetreuung kümmert und uns bei Bedarf auch vertreten würde“, so Bakenhus weiter. Mittelfristig denke man zudem daran, für Eltern und sonstige Interessierte auch Kurse und Lehrgänge zu verschiedensten Themen rund um die Familie im „Wichtelgarten“ anzubieten.


Dass die beiden Erzieherinnen, die gemeinsam im Nikolai-Kindergarten Portsloge arbeiteten und zuvor in anderen Kindertagesstätten tätig waren, das Einfamilienhaus an der Bahnhofstraße 10 mit Garten mieten konnten, sei der Gemeinde zu verdanken. „Wir wurden auf unserem Weg in die Selbstständigkeit sehr durch die Verwaltung, durch Bürgermeisterin Petra Lausch und Kerstin Borm vom Familienbüro, unterstützt“, so Sandra Bakenhus. Die Suche nach einem geeigneten Objekt habe sich schwierig gestaltet, weil mancher Vermieter aus „Rücksicht“ auf die Nachbarschaft keine Krippe gewollt habe. Dabei würden sie Kinder zu „üblichen Berufszeiten“ betreuen, so Bakenhus. Der Kontakt zu ihrem jetzigen Vermieter sei durch die Gemeinde zustande gekommen. Erreichbar ist der „Wichtelgarten“ über t   0162/9148294.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede