Ofenerdiek - Die Anlieger vom Bardieksweg in Ofenerdiek kommen nicht zur Ruhe. Nachdem Anfang des Jahres Amphibien zum Fliegerhorst umgesiedelt wurden – dabei wurde ein Gartenteich zerstört – sind es nun Rodungsarbeiten, die für Verärgerung sorgen.
Nach Angaben von Sabrina Haferkamp wurden Büsche entfernt, in denen sich Vogelnester befanden. Wie ist es möglich, dass so etwas in der Brut- und Setzzeit passiert, fragt sich die Nachbarin, die auf dem Gelände Hamster und Streifenhörnchen in Käfigen züchtet. Auf dem circa 4000 Quadratmeter großen Hintergrundstück sollen fünf freistehende Einfamilienhäuser gebaut werden. Die Großeltern von Sabrina Haferkamp, denen ein großer Teil des Geländes gehörte, hatten das Areal vor rund 80 Jahren an die Stadt verkauft. Seitdem bestand ein Pachtverhältnis, das die Kommune nun aufgelöst hat, um der dringenden Nachfrage nach Baugrundstücken für Einfamilienhäuser zumindest ein klein wenig nachzukommen.
Grünen-Ratsherr Sebastian Beer hatte in einem Antrag für den Umweltausschuss das Thema erneut auf die Tagesordnung setzen lassen, nachdem er sich zuvor bereits über das Vorgehen der Verwaltung beschwert hatte, die aus seiner Sicht höchst eigenmächtig und unter Umgehung der politischen Gremien vorgegangen ist. „Die ,Bereinigungsarbeiten’ des beauftragten Büros Reichenbach gehen voran. So soll das Büro u.a. einige Rhododendren, andere Sträucher und Bäume entfernt haben, obwohl sich dort brütende Vögel befinden und wir uns in der Brut- und Setzzeit befinden“, schreibt er in seinem Antrag.
Die Anwohner hätten mitgeteilt, dass den Eingriffen ein Amselnest mit fünf Tage alten Jungtieren, ein Drosselnest, ein Zaunkönignest und ein Nest des Sperlings zum Opfer fielen, die zerstört wurden beziehungsweise nun verwaist sind. Eine bis dato gesichtete Heckenbraunelle wurde seither nicht mehr gesehen.
Ärgerlich sei auch, dass die von der Anwohnerin Sabrina Haferkamp gehaltenen Streifenhörnchen, die frisch geworfen hatten, aufgrund des von den Arbeitenden ausgehenden Stress die Jungtiere getötet hätten. Das Büro sei zuvor über den Sachverhalt informiert und um Rücksicht gebeten worden.
Marc Reichenbach, Geschäftsführer der beauftragten Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung GmbH, widerspricht den Vorwürfen. Sein Unternehmen habe in enger Absprache mit der Stadtverwaltung nach der erfolgten Umsiedlung der Amphibien einen entsprechenden Amphibienzaun um das Grundstück gezogen und habe dabei tatsächlich in Teilbereichen Äste beschnitten und in einem Fall einen Busch gerodet. Keinesfalls seien dabei aber Nester zerstört worden. In einem benachbarten Rhododendronbusch sei ein Nest aus dem Vorjahr gefunden worden, in dem sich keine Eier bzw. Küken mehr befunden hätten.
