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Bildung Wie der Klimawandel Migration antreibt

Schortens - Das Regionale Umweltzentrum (RUZ) Schortens ist bei Schulen und Kindertagesstätten in der Region für seine vielfältigen Bildungsprogramme rund um Natur und Umwelt bekannt. Nun hat RUZ-Mitarbeiter Manuel Schiffer ein neues Angebot mit besonderem globalen Bezug ausgearbeitet: Es trägt den Titel „Klimaflucht“ und ist für die Klassen 9 und 10 konzipiert. Gearbeitet wird in Form eines Projekttages in der Schule oder im RUZ.

Klimagerechtigkeit

Die Einheit „Klimaflucht“ stellt dabei den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Migration dar. Sie hilft Schülern zunächst dabei, Fluchtursachen zu differenzieren und sich ein eigenes Bild der oftmals als „Flüchtlingskrise“ titulierten Migration zu machen.

Viele Politiker in den westlichen Industriestaaten befürchten, dass die durch den globalen Klimawandel verursachte Migration von Millionen Menschen auch dazu führen wird, dass mehr Menschen aus dem ärmeren Süden der Welt versuchen werden, in wirtschaftlich reicheren Ländern eine neue Heimat zu finden. Warum und wie auch der Klimawandel Millionen Menschen zur Flucht zwingt, erarbeiten sich die Teilnehmer in Kleingruppen mithilfe von Landkarten und Bildern sowie Audio- und Videoausschnitten.

So erzählt beispielsweise ein Betroffener aus dem Senegal in Afrika von Problemen durch den Anstieg des Meeresspiegels und welche Konsequenzen sich daraus für ihn und sein Land ergeben.

Beim Betrachten der unterschiedlichen Konsum- und Lebensstile, insbesondere im Nord-Süd-Vergleich, stellt sich, so Manuel Schiffer, abschließend die Frage nach Klimagerechtigkeit: „Welche Verantwortung und Handlungsoptionen haben Industrienationen als Hauptverursacher von Klimagasen gegenüber den Ländern, die am wenigsten konsumieren und emittieren, aber am stärksten vom Klimawandel betroffen sind?“, so der Projektleiter.


An Schule getestet

Getestet wurde das Angebot bereits in einer Klasse des Mariengymnasiums Jever. Die Gruppenarbeit der Schüler an den fünf verschieden Lern-Stationen bot Abwechslung und brachte ins Grübeln. Angeregt wurde darüber diskutiert, welchen Einfluss ein Einzelner, eine Gruppe oder die Bundesrepublik Deutschland auf Fluchtursachen nehmen kann oder aber wie die Auswirkungen gemindert und die Leidtragenden bei ihren Klimaanpassungsstrategien unterstützt werden können.

Flucht durch Klimawandel ist ein wichtiger Themenbereich des Globalen Lernens. Es werden soziale mit ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten in Zusammenhang gebracht und diese im globalen Kontext betrachtet.

Entwickelt wurde das konkrete Angebote im Rahmen einer Weiterbildung des pädagogischen Mitarbeiters Manuel Schiffer zum Referent für Globales Lernen im Rahmen der Qualifizierungsreihe „Perspektive Global“ von März bis Dezember 2015. Die Zertifizierung erfolgte durch den V.E.N., den Verband für Entwicklungspolitik in Niedersachsen.

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