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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wer hat noch nicht, wer will noch einen?

08.07.2017
Frage: Herr Dr. Müller, wie viele Jugendliche sind aktuell in ihrem Agentur-Bezirk Oldenburg-Wilhelmshaven noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz?
Müller: Ende Juni waren es 2697. Das sind etwas mehr als im Vorjahr. Ein Hintergrund ist: Auch 288 Flüchtlinge bewerben sich um Ausbildungsplätze, die Entwicklung dieser jungen Menschen ist sehr positiv. Und das bedeutet zugleich zusätzliches Potenzial für die Betriebe, um ihre Ausbildungsplätze zu besetzen.
Frage: In welchen Berufen haben Jugendliche heutzutage die große Auswahl – und können sich ihren Ausbildungsbetrieb quasi frei aussuchen?
Müller: Klima- und Heizungstechnik ist so ein Bereich. Da haben wir 74 Bewerber und 138 gemeldete Ausbildungsplätze. Oder in der Gastronomie (40/129) und in Verkauf und Herstellung von Lebensmitteln einschließlich Bäckern (48/134). Hinzu kommen viele handwerkliche und einige kaufmännische Berufe.
Frage: Und umgekehrt: Was haben die Jugendlichen, die sich bei der Agentur gemeldet haben, für Berufswünsche?
Müller: Da liegen die Klassiker vorn: Weiße-Kragen-Berufe wie Kaufleute Büromanagement oder auch Kaufleute im Einzelhandel. Bei den jungen Frauen ist auch die medizinische Fachangestellte im Dreier-Spitzenfeld, bei den Jungs der Kfz-Mechatroniker.
Frage: Das heißt: Angebot und Nachfrage passen nicht wirklich zusammen. Könnte das nicht besser laufen?
Müller: Zunächst einmal: In Deutschland gilt die Freiheit der Berufswahl! Wir stellen für die Jugendlichen Transparenz über ihre Ausbildungsmarktchancen her, ermitteln ihre Stärken und bieten eine gute Ausbildungsvermittlung an. 30 Berater der Arbeitsagenturen sind im Oldenburger Land in den Vorabschluss-Jahren in den Schulen unterwegs, und sie bieten Berufsorientierung und Einzelberatung an, zudem berufspsychologische Tests zur Ermittlung von Stärken.
Frage: Ihr Rat an Jugendliche?
Müller: Man sollte seine Stärken herausfinden, sich daran orientieren – und auch versuchen, Berufe in die Wahl einzubeziehen, die links und rechts vom Wunschberuf liegen. Wer also eigentlich Kfz-Mechatroniker werden will, der sollte sich auch die Nutzfahrzeugtechnik als Ausbildungsberuf anschauen!
Frage: Wo findet man entsprechende Information?
Müller: Da gibt es ein gutes Angebot, das auf das Kommunikationsverhalten von Jugendlichen – also auch via Smartphone – zugeschnitten ist. Schauen Sie sich zum Beispiel einmal die Filme auf http://entdecker.biz-medien.de oder www.berufe.tv. an.
Frage: Was können Eltern tun, um ihren Kindern bei der Ausbildungswahl zu helfen?
Müller: Sie sollten sich um das Thema kümmern, sich schlau machen in der Vielfalt der mehr als 400 Ausbildungsberufe, und darüber reden. Eltern können auch mit zur Berufsberatung in die Agentur kommen, sie sollten mitgehen zum Elterntag oder zu Berufwahlmessen.
Frage: Konkret: Wenn ein Jugendlicher jetzt noch „unversorgt“ ist, was kann er tun?
Müller: Er kann sich bei unserer Hotline unter Tel. 0800/455 55 00 melden! Da wird direkt ein Termin für eine Beratung gemacht. Wie gesagt: Es gibt noch sehr viele freie Ausbildungsplätze, konkret per Ende Juni 2227, das bedeutet viele Chancen. Da ist noch viel Bewegung. Übrigens sind immer Praktika sehr sinnvoll. Da geht in manchen Betrieben auch noch ganz spontan, in diesen Ferien.
Frage: Betriebe, die noch Azubis suchen. Was raten Sie denen?
Müller: Praktika anbieten! Ansonsten haben wir für die Unternehmen aus der Region einen speziellen Arbeitgeberservice, der den Überblick über die Bewerber hat. Die Hotline-Nummer lautet: 0800/455 55 20.
Frage: Und generell, über den ganz akuten Bedarf hinaus?
Müller: Unternehmen sollten kontinuierlich an einer guten Marke als Ausbilder arbeiten. Dazu zählt auch eine Beteiligung am Preis für Innovative Ausbildung (PIA) der NWZ, denn über alle Bewerbungen wird berichtet. Und die Betriebe sollten sich öffnen für weitere Bewerbergruppen. Da fallen mir zum Beispiel die etwas älteren jungen Leute ein, etwa die 25- bis 35-Jährigen. Es gibt auch viele interessierte Studienabbrecher.
Und, wie gesagt, es gibt auch 288 Flüchtlinge, die wir vermitteln können.
Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040
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