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„Wie Mercedes und Chrysler“

Frage:

Herr Moorschlatt, Sie überblicken eine Zeitspanne von 70 Jahren im Kartoffelanbau, was hat sich verändert?

Moorschlatt:

Die Essgewohnheiten der Leute. Im Krieg waren Kartoffeln Hauptnahrungsmittel. Es gab Kartoffelmarken. Dafür bekam man auf unserem Hof Speisekartoffeln. Wenn Sie so wollen, hatten wir es auf dem Land besser als die Leute in der Stadt. Wir hatten Kartoffeln und brauchten nicht zu hungern.

Frage:

Ist nach dem Krieg die Nachfrage nach Kartoffeln wieder gesunken? Hatten die Menschen Kartoffeln wörtlich „satt“?

Moorschlatt:

Nein, ganz im Gegenteil. Seit Kriegsende hat sich der Anbau bis heute verzehnfacht. Nur hat sich die Verwendung der Kartoffeln verändert. Es gibt heute spezielle Sorten, die für die Pommes-Produktion gezüchtet werden. Die sind lang. Oder andere, um Chips herzustellen. Die sind rund.

Frage:

Sie sprachen die Essgewohnheiten an. Inwiefern haben die sich Ihrer Meinung nach verändert?

Moorschlatt:

Die Leute essen mehr Fleisch. Und zwar umso mehr, je besser es ihnen geht. Außerdem wird weniger gekocht. Viele begnügen sich mit Fertiggerichten.

Frage:

Um die Sorte „Linda“ hat es eine heftige Diskussion gegeben. Was hatte es damit auf sich?

Moorschlatt:

Vorweg: Die Sorte Linda wurde 1974 von einem deutschen Züchter beim Bundessortenamt angemeldet und bekam eine Lizenz für 30 Jahre. Die lief 2004 aus. Ein Unternehmen sollte die Produktion übernehmen, hätte dafür aber eine Menge Geld in die Sorte investieren müssen. Das wollte es aber nicht. Das ist wie bei Mercedes und Chrysler.

Frage:

Warum sollte das Unternehmen denn soviel Geld in die Sorte Linda stecken?

Moorschlatt:

Weil die Sorte Linda ein großes Defizit gegenüber anderen Sorten hatte. Und zwar war sie nicht resistent gegen die sogenannte „Kartoffelmüdigkeit“. Es gibt aber mittlerweile Nachfolger wie die Sorte Belinda, die dieses Problem nicht mehr haben.

Frage:

Man hört bei Kartoffeln neben Linda oft von Namen wie Belana, Laura oder Daniela. Wie viele unterschiedliche Sorten gibt es überhaupt?

Moorschlatt:

Ich kenne über 200 verschiedene Kartoffelsorten. Die unterscheiden sich natürlich noch einmal regional voneinander. Das hängt ganz vom Boden ab. Keine Kartoffelsorte ist überall in Deutschland gleich.

Seit dem Zweiten Weltkrieg baut Dietrich Moorschlatt (75) aus Hengsterholz Speisekartoffeln an. Dank Pommes und Chips gibt es neue Sorten.

von Felix Frerichs

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