Leipzig - Nach einer mehrmonatigen Ruhepause hat die Gewerkschaft „Verdi“ die Streiks beim US-Versandhändler Amazon wieder aufgenommen. Am Montag waren die Beschäftigten des Standorts Leipzig zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

„Verdi“-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago sagte, er rechne mit einer Beteiligung von 400 bis 500 Kollegen aus der Früh- und Spätschicht. Amazon nannte keine Zahlen, erklärte jedoch: „Die überwältigende Mehrheit unserer Beschäftigten ist diesem Aufruf nicht gefolgt, sondern hat regulär gearbeitet.“ Es habe „keinerlei Verzögerung“ bei der Zustellung von Paketen gegeben.

Mit dem ersten Streik in diesem Jahr reagierte „Verdi“ nach eigenen Angaben auf Aussagen des Amazon-Managements von vergangener Woche, wonach Tarifverhandlungen weiter strikt abgelehnt werden. Zuletzt hatte „Verdi“ das Weihnachtsgeschäft bei Amazon in Leipzig und im nordhessischen Bad Hersfeld bestreikt.

Im Kern dreht sich die Auseinandersetzung auch um die Frage, ob das Geschäft von Amazon Handel oder Logistik ist. Im Handel liegen die Tariflöhne im Schnitt höher als in der Logistik.