WIEFELS - Die Wiefelser wollen keine Biogas-Anlage vor ihrer Haustür. Das zeigte sich am Montag beim Informationsabend, zu dem die Betreibergesellschaft der geplanten Anlage eingeladen hatte.
Wie berichtet, wollen sechs Wangerländer Landwirte auf einem fünf Hektar großen Gelände beim Abfallwirtschaftszentrum eine zwei Megawatt-Anlage bauen. Hermann Reents von der Betreibergesellschaft rief den Versuch der Landwirte in Erinnerung, ihre Anlage bei Hohenkirchen zu bauen, um das Neubaugebiet am See und die Hotelstadt mit Wärme zu versorgen. Das habe EWE jedoch verhindert.
Nun wagten die Landwirte einen neuen Anlauf einen Kilometer von Wiefels entfernt, sagte Reents. Geplant ist u. a. die Einspeisung von Gas ins Netz sowie der Bau einer Gas-Tankstelle. Außerdem sollen die Wiefelser mit Fernwärme versorgt werden.
Wangerlands Bürgermeister Harald Hinrichs betonte, die Gemeinde nehme die Sorgen der Wiefelser über Lärm und Gestank ernst. „Der Ort hat viele Erfahrungen mit der Deponie und den angesiedelten Firmen gemacht“, sagte Hinrichs.
„Wir haben genug Gestank in Wiefels“, stellte Landwirt Albert Gerdes fest. Er machte sich vor allem Sorgen über das „Riesenaufkommen von Fahrzeugen“. Denn neben Gras, Weizen, Roggen und Mais sollen in der Anlage rund 40 000 Tonnen Gülle pro Jahr vergärt werden.
Erstaunen löste die Ankündigung von Investor Hermann Ahlhorn aus, dass die umliegenden Höfe die Gülle anliefern sollen. Die Wiefelser Landwirte wurden allerdings noch nicht angesprochen, zeigte sich in der Diskussion.
„Was haben wir Wiefelser davon, wenn die Anlage hierher kommt?“, war eine Frage, die mehrfach gestellt wurde. Die Bedenken der Wiefelser: geringere Wohnqualität, Wertverlust der Immobilien, mehr Lärm durch zusätzlichen Schwerverkehr auf der Landesstraße.
Auf wenig Gegenliebe stieß da die Aussage von Investor Hans Harms-Janssen, falls notwendig, wolle die Betreibergesellschaft per Anwalt ihre Anlage durchsetzen.
Die Wiefelser wollen nun mit einer Unterschriftensammlung gegen die Anlage protestieren. Am Dienstagabend war die Anlage Thema im Fachausschuss.
