WIEFELSTEDE/CONNEFORDE - Mit Millionenaufwand soll im Bereich des Ferienparks Bernsteinsee in Conneforde rechts der Dorfstraße ein so genanntes Energiefeld geschaffen werden. Photovoltaikanlagen, eine völlig neuartige Strohvergasungsanlage und eine Windkraftanlage mit maximaler Nabenhöhe von 108 Metern sollen dabei auch den Ferienpark mit Energie versorgen – ein Projekt, dem die Antragsteller auch „bundesweit Pilotcharakter“ in Sachen dezentraler Energieversorgung bescheinigen.
Der Wiefelsteder Rechtsanwalt Dirk Schröder, dessen Frau Lydia Projektleiterin für das Energiefeld ist, stellte die Absichten von Ferienpark-Betreiber Herfried Brumund am Dienstagabend im Bauausschuss vor – und der empfahl einstimmig, die entsprechenden Bauleitplanverfahren einzuleiten.
Schröder betonte bei der Vorstellung des Projekts, dass es derzeit nicht darum gehe, den Ferienpark von der zentralen Energieversorgung abzukoppeln. Das sei technisch auch gar nicht machbar, da entsprechende Speichermedien nicht existierten, die nötig wären, um den übers Jahr sehr unterschiedlichen Energiebedarf zu decken, sagte Schröder. Es handele sich also um ein „virtuelles Energiefeld“, das rein rechnerisch geeignet sei, genügend Energie zu produzieren.
Während Photovoltaik- und Windkraftanlagen bereits technisch ausgereift seien, stelle die Strohvergasungsanlage derzeit ein Novum dar, für das ein Patent im Jahr 2008 eingereicht worden sei, erklärte Schröder. In der Anlage würden Abfallprodukte der Landwirtschaft bei unter 800 Grad vergast und das Gas einem Blockheizkraftwerk zugeführt. Die zurückbleibende Asche könne gepresst und verfeuert werden. Erprobt sei das Verfahren aber noch nicht, machte Schröder deutlich, „das wir mit Sicherheit noch einige Rückschläge hinnehmen müssen“.
Im Vorfeld der Bauausschusssitzung nutzten die Antragsteller bereits am Montag die Gelegenheit, das Projekt Michael Müller (SPD), Staatssekretär im Bundesumweltministerium, in Conneforde vorzustellen. Auch die Oldenburger SPD-Bundestagsabgeordnete Gesine Multhaupt und die Edewechter Landtagsabgeordnete Sigrid Rakow nahmen teil. Müller wurde gebeten, die Projektunterlagen einer Prüfung zuzuleiten, um eventuelle Fördermöglichkeiten auch seitens des Bundes auszuloten – wobei Schröder deutlich machte, dass die Voraussetzungen für das Energiefeld natürlich zunächst in den Gremien der Gemeinde und beim Landkreis geschaffen werden müssen.
Knackpunkt wird dabei sicherlich die Windkraftanlage sein. Bekanntlich stehen in Conneforde bereits drei Anlagen – und der Flächennutzungsplan lässt derzeit weder weitere Windparks noch Einzelanlagen in der Gemeinde zu. Die Gefahr, dass ein Präzedenzfall für die Zulassung weitere Windenergieanlagen geschaffen wird, bestehe, machte auch Bauamtsleiter Bernd von Drehle deutlich.
Jann Lübben (CDU) betonte denn auch, dass seine Fraktion die geplante Anlage als „einmalig“ ansehe und davon ausgehe, dass auch keine weiteren Windparks in der Gemeinde eingerichtet würden. Die Planung hielt er für „sehr gelungen“.
Jörg Weden (SPD) sah die Gemeinde mit dem Projekt als „in der Zukunft angekommen“ an. Und auch Jens-Gert Müller-Saathoff (Grüne) betonte, die Planung verdiene „Hochachtung.“
