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Manager Ammerländer führt Textil-Kette Wöhrl

WIEFELSTEDE - Der Nordwesten ist für den in Wiefelstede (Ammerland) aufgewachsenen Marcus Kossendey „eine der schönsten Regionen“ in Deutschland. Aber beruflich spielt die Musik für ihn woanders, im Süden. Der 44-Jährige wurde zum Vorstandsvorsitzenden des Textil-Einzelhandelsunternehmens Rudolf Wöhrl AG in Nürnberg bestellt.

In der Gruppe mit 41 Läden sind mehr als 2800 Beschäftigte tätig. Der Jahresumsatz erreicht 362 Millionen Euro, der Vorsteuergewinn sieben Millionen Euro. Doch es gibt viel zu tun.

Die Eigentümer-Familie Wöhrl, zu der bekannte Persönlichkeiten wie die einstige maritime Koordinatorin der Bundesregierung, Dagmar Wöhrl, oder der langjährige Chef Gerhard Wöhrl gehören, berief erstmals einen Externen an die Spitze. Es gilt, das Unternehmen zu konsolidieren und dann auch zu expandieren. Dass die Wahl auf Kossendey fiel, überrascht nicht: Er hat vielfältige Branchenerfahrung, und er kennt sich speziell mit Familienunternehmen aus. Der Diplom-Betriebswirt war bereits im Management von C&A, Otto sowie Peek&Cloppenburg tätig. Und er bringt Auslands-Erfahrung aus sieben Staaten mit.

Bei C & A gestartet

Aufgewachsen war Marcus Kossendey, Spross einer Apothekerfamilie aus Wiefelstede, im Ammerland. Nach dem Abitur in Jaderberg und Wehrdienst bei der Luftwaffe machte er eine Ausbildung bei C&A. Beachtliche Mobilität zeigte Kossendey bereits beim folgenden Betriebswirtschafts-Studium in Passau, Zürich, Kiel und Hamburg.

1995 kehrte er zu C&A zurück, jetzt aber bereits als Assistent der Geschäftsführung, ganz in Nähe zum Miteigentümer Josef Brinkmann. Kossendey, dessen Interesse schwerpunktmäßig Marketing-Fragen gilt, ging für den deutsch-niederländischen Filialisten auch in Ausland, u.a. nach Brüssel.


Dann etwas ganz Anderes: Der erfahrene Handels-Manager wurde Unternehmensberater, war Projektleiter bei der Beraterfirma Nymphenburg in München, mit Schwerpunkt: Handel.

2001 heuerte Kossendey als Marketing-Manager beim Otto-Versand an, ging ins Ausland, nach Südkorea und Japan etwa. Zuletzt führte ihn der Weg für acht Jahre als Generalbevollmächtigter die Chefetage des Textilhändlers von Peek & Cloppenburg. Jetzt zog er von Düsseldorf an seinen neuen Wohnsitz Bamberg um. Und er ist ganz oben: Vorstandsvorsitzender.

Was ihn an Firmen wie Wöhrl reizt: „In mittelständischen Unternehmen gibt es eine besondere Verbundenheit. Nichts ist überzogen. Die Entscheidungswege sind kurz. Man kann viel gestalten. Da passe ich hin“, sagte der 44-Jährige der „Textilwirtschaft“.

Was den Oberstleutnant der Reserve erwartet, ist klar: Das Unternehmen gilt in der Branche als traditionell und solide, teils aber auch als etwas „angestaubt“. Marcus Kossendey dürfte daran arbeiten, das Profil der süddeutschen Kette, deren nördlichster Standort Berlin ist, zu schärfen, zu modernisieren. Der Markenname Wöhrl sollte bei möglichst vielen Menschen „unter den ersten drei sein“, die einem zum Textilhandel einfallen, findet Kossendey. Zunächst überprüft er alle Filialen auf Wirtschaftlichkeit. Und die Weichen sollen dann sicherlich auf Expansion gestellt werden.

Oft in der Heimat

Zu seinen Eltern Ann-Katrin und Hans-Peter Kossendey nach Wiefelstede hat der Erfolgs-Manager weiterhin einen „engen Draht“, wie er sagt. Gern erholt er sich in der Wohnung der Familie auf Norderney. Wenn Zeit bleibt, zieht es ihn in der Freizeit auch auf den Golfplatz.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)
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