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Molkerei-Bilanz „Ammerland“ punktet mit Spezialitäten

Wiefelstede - Die Molkerei Ammerland aus Dringenburg (Gemeinde Wiefelstede/Kreis Ammerland) legt nach umfangreichen Bau-Projekten der vergangenen Jahre eine kleine Atempause ein. 2018 solle vor dem Beginn der letzten geplanten Umsetzungsschritte – unter anderem der Erweiterung des Hochregallagers – ein „Jahr der Konsolidierung und organisatorischen Verarbeitung der dynamischen Entwicklung der vergangenen Jahre werden“. Das schrieb der Vorstand in einem „Ausblick“ zum Geschäftsbericht. Am Dienstag fand die Generalversammlung in Spohle statt.

Neue Konzepte

2017 waren wichtige Vorhaben u.a. mit der „Käserei IV“ und der Molkenveredelung umgesetzt worden. Unterm Strich hat sich das Gelände in Dringenburg – nah bei der geplanten Küstenautobahn A20 – in den vergangenen Jahren schon durch diverse Maßnahmen verändert. Die Molkerei Ammerland gehört zu den größten deutschen Milchverarbeitern. Sehr oft zahlte man den beteiligten Milchbauern überdurchschnittlich viel Geld pro Liter angelieferter Milch.

Dabei soll es möglichst auch 2018 bleiben. Die „Erwirtschaftung eines mindestens regional überdurchschnittlichen Milchauszahlungspreises“ habe „oberste Priorität“, hieß es. es. Regionale Bauern vergleichen ihre Erlöse oft mit DMK (Bremen) und Rücker (Aurich).

Klar ist für die „Ammerland“-Spitze: Die Molkerei setzt ihren Wachstumskurs fort. Zuletzt wurde u.a. eine Ausweitung der wichtigen Käseproduktion erwartet. Mit der neuen Käserei sei man in der Lage, die Verarbeitung der Milch je nach Marktlage flexibel zu steuern.

2017 sei ein gutes Jahr für die Molkerei Ammerland und deren Milcherzeuger gewesen, heißt es zusammenfassend. Der Milchauszahlungspreis lag mit 36,51 Cent je Kilogramm Milch um 9,4 Cent über dem Vorjahreswert – ein für viele Betriebe sehr entlastendes Plus von 35 Prozent. Dies sei mehr als im regionalen und bundesweiten Durchschnitt gewesen, betonte die Geschäftsführung.


Interessant für viele Bauern: „Um ihren Wachstumskurs auch weiterhin fortzusetzen, ist die Molkerei Ammerland wieder offen für die Aufnahme neuer Mitglieder“, heißt es in einer Mitteilung. In der Vergangenheit hatte es es angesichts von Milchpreisdifferenzen zeitweilig erheblichen Zustrom gegeben.

2017 wuchs die verarbeitete Milchmenge um 3,4 Prozent auf 1738,5 Millionen Kilogramm an. „In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Milchanlieferung damit mehr als verdoppelt“, rechnete der Vorstand stolz zusammen.

Insgesamt wurden 134 366 (Vorjahr: 121 791) Tonnen Käse, 44 790 (49 882) Tonnen Pulver, 22 853 (28 294) Tonnen Butter und 134 820 (120 166) Tonnen Frischprodukte produziert. In allen wesentlichen Produktgruppen seien deutlich steigende Erlöse erzielt worden. Insgesamt stieg der Umsatz um mehr als ein Drittel auf 889,5 Millionen Euro – ein Rekord.

Eigenkapital gewachsen

Die Bilanzstruktur habe sich gut entwickelt. Das Eigenkapital sei um 9,5 Millionen Euro auf 120,1 Millionen Euro gewachsen, die Eigenkapitalquote lag bei 38,5 Prozent. Der Jahresüberschuss betrug 6,98 Millionen Euro.

„Das Jahr 2017 war geprägt von der Umsetzung vieler neuer Ideen und Mehrwertkonzepte“, erläuterte Geschäftsführer Ralf Hinrichs. So sei „Unser Ammerländer Weidekäse“ aus gentechnikfreier Weidemilch in den Sorten Butterkäse, Filet-Gouda und Maasdamer eingeführt worden. Oder: Nach einer 18-monatigen Umstellungsphase auf 40 Höfen sei erstmalig Biomilch nach dem Bioland-Standard geliefert worden. Diese sei „von Anfang an zu 100 Prozent erfolgreich an industrielle Verarbeiter sowie als Käseaufschnitt über eine Handelsmarke eines großen deutschen Handelsunternehmens vermarktet“ worden.

Ware der Molkerei ist auch im Ausland gefragt. Weltweit hätten sich die Vertriebstöchter positiv entwickelt. Seit Januar 2017 vermarkte die neue „Ammerland America Corporation“ die Produkte in Nord-, Süd- und Mittelamerika.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)
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